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Kriegstag 44: Von der Leyen verspricht Ukraine in Kiew raschen EU-Beitritt

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Von Sérgio Ferreira de Almeida  & Euronews  mit AFP, AP
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Ursula von der Leyen und Wolodymyr Selenskyj in Kiew am 08.04.22
Ursula von der Leyen und Wolodymyr Selenskyj in Kiew am 08.04.22   -   Copyright  AP Photo

 In Kiew hat Ursula von der Leyen der Ukraine Hoffnungen auf einen raschen EU-Beitritt gemacht. Die EU-Kommissionspräsidentin erklärte, der Beitrittsprozess solle beschleunigt werden, damit dieser Wochen und nicht Jahre dauere. Präsident Wolodymyr Selenskyj drängt seit dem russischen Einmarsch in sein Land auf einen raschen EU-Beitritt.

EU-Beitritt der Ukraine "in Wochen, nicht in Jahren"

Sie übergab dem ukrainischen Präsidenten ein Kuvert - mit den Worten: "In diesem Umschlag, lieber Wolodymyr, befindet sich ein wichtiger Schritt in Richtung EU-Mitgliedschaft. Der Fragebogen ist die Grundlage für unsere Diskussion in den kommenden Wochen. Mit ihm beginnt Ihr Weg nach Europa und in die Europäische Union. ((CUT)) Es wird, nicht wie üblich, eine Frage von Jahren sein, sich diese Meinung zu bilden, sondern ich denke, eine Frage von Wochen, wenn wir eng zusammenarbeiten."

Und Selenskyj sagte: "Wir werden in einer Woche mit den Antworten fertig sein, Ursula".

Vor der Pressekonferenz hatten Ursula von der Leyen und der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell die Stadt Butscha - etwa 35 Kilometer von Kiew entfernt besucht. Dort waren vor fast einer Woche viele Leichen auf den Straßen gefunden worden, nachdem russische Truppen die Gegend verlassen hatten.

Für Euronews ist Sergio de Almeida in der Ukraine. Er fasst die Gespräche der EU-Spitze zusammen: "EU-Kommissionspräsidentin Ursula Von der Leyen hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Zelenskyy versprochen, dass die Europäische Union der Ukraine in jeder Hinsicht helfen wird, die Kriegsverbrechen zu untersuchen, die in der Stadt Butscha und anderswo im Land begangen wurden, und sie hat Wolodymyr Zelenskyy versichert, dass Russland und Wladimir Putin für begangene Kriegsverbrechen bezahlen müssen".

Zuvor war der Bahnhof der ostukrainischen Stadt Kramatorsk bombardiert worden. Mindestens 50 Menschen wurden getöet.

Eine russische Rakete traf am Freitagvormittag den überfüllten Bahnhof in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk, wo etwa 4.000 Menschen auf ihre Evakuierung warteten. Nach Angaben des Gouverneurs von Donezk, Pavlo Kyrylenko, wurden mindestens 50 Menschen, unter ihnen fünf Kinder, getötet. Russland bestreitet die Verantwortung für den Angriff.

Die UNO versucht jetzt, lokale "Waffenstillstände" zu erreichen.

Jens Laerke von UNOCHA, dem UN-Büro zur Koordinierung humaitärer Angelegenheiten, sagte in Genf: "Die oberste Priorität ist es, die Waffen in den Städten zum Schweigen zu bringen. Mariupol ist am schlimmsten betroffen, die Menschen sollten an die Orte ihrer Wahl gehen können und humanitäre Hilfe sollte die Städte erreichen."

Rettungskräfte haben in Borodyanka schon viele Leichen gefunden, seit sich die russischen Truppen zurückgezogen haben. Die Stadt - 50 Kilometer nordwestlich von Kiew - ist weitgehend zerstört.