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Was steckt dahinter? Luftabwehrraketen aus China an Serbien geliefert

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Von euronews Serbien
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AP   -   Copyright  Kin Cheung/Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved

Sechs chinesische Transportflugzeuge sind in Serbien gelandet, um bereits 2019 bestellte chinesische Boden-Luft-Raketensysteme zu liefern. Es ist der erste Kauf dieses Systems durch ein europäisches Land überhaupt.

Peking sieht Serbien als wichtigen europäischen Teil seiner „Seidenstraßen“-Initiative, die die Verbindung zwischen Asien, Europa und Afrika verbessern soll. China hat bereits Milliarden Euro in Infrastruktur- und Energieprojekte in Serbien investiert und Belgrad zinsgünstige Darlehen gewährt.

Serbien verlässt sich in Rüstungsfragen auf zwei Hauptlieferanten: die Volksrepublik China und Russland. Mit Moskau besteht eine lange gewachsene Partnerschaft. In den vergangenen Jahren hat Belgrad MiG-29-Kampfjets, Hubschrauber, Raketen und Panzer in Russland gekauft.

Aleksandar Radic vom Balkan Security Network erklärt die offizielle serbische Strategie: "Serbien versucht, die Beschaffung von Waffen und militärischer Ausrüstung zu diversifizieren. Denn sonst entstehen politische Abhängigkeiten zu Ländern, denen Serbien nichts im Gegenzug bieten kann. Serbien kann sich nicht an NATO-Einsätzen beteiligen, kauft dann aber über ein Staatsabkommen 24 Kampfjets von einem NATO-Mitglied. Das Gleiche wird mit China gemacht, und das soll eine stärkere außenpolitische Position Serbiens schaffen."

Serbien nimmt zwar am Nato-Programm „Partnerschaft für Frieden“ teil, will aber keine Vollmitgliedschaft. 

Im Westen wird befürchtet, dass die Aufrüstung Serbiens durch Russland und China das Balkanland zu einem weiteren Krieg gegen die ehemalige Provinz Kosovo ermutigen könnte, die 2008 ihre Unabhängigkeit erklärt hat. Serbien, Russland und China erkennen die Eigenstaatlichkeit des Kosovo nicht an.