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Macron oder Le Pen? "Ich bin für keinen der beiden"

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Von Euronews
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Viele Menschen in Frankreich wählen mit gemischten Gefühlen.
Viele Menschen in Frankreich wählen mit gemischten Gefühlen.   -   Copyright  Daniel Cole/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

Emmanuel Macron oder Marine Le Pen – die Stichwahl um das höchste Amt im Land sorgt bei vielen Französinnen und Franzosen für gemischte Gefühle.

"Keiner der beiden war meine erste Wahl"

Nathanael Lavry, ein junger Wähler, sagt: "Corona, der Ukraine-Krieg, die steigenden Preise: Klar, die ganzen Krisen zwingen uns, mehr über unsere Bedürfnisse nachzudenken und vor allem darüber, wer von den beiden mehr Glück und Fortschritt in unser Leben bringen kann."

Lena Kinane findet, dass es eine Pflicht ist, zu wählen: "Für mich ist die Abstimmung sehr wichtig. Ich bin extra um 8 Uhr aufgestanden, um eine der ersten im Wahllokal zu sein. Und das obwohl ich eigentlich für keinen der beiden bin. Aber ich denke, wir müssen trotzdem kommen und für den Wandel stimmen, auch wenn beide nicht meine erste Wahl gewesen sind."

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Valérie Ghiringhelli hat extra ihren Urlaub verschoben. "Ich gehe jedes Mal wählen und so auch dieses Jahr", sagt die Französin. "Ursprünglich wollte ich gestern abreisen, habe die Abreise aber auf heute Morgen verschoben."

"Die vielen Stimmenthaltungen machen mich wütend"

Die Wahlbeteiligung lag bis zum Mittag etwas niedriger als zum gleichen Zeitpunkt vor fünf Jahren. Viele Menschen gehen gar nicht zum Wahllokal, andere geben ein sogenanntes "vote blanc", ein leeres Blatt Papier ab, anstatt für Le Pen oder Macron zu stimmen. 

Der Physiotherapeut Yann Chevalier findet das bedenklich: "Viele Menschen werden sicherlich keine Stimme oder eine ungültige abgeben. Und das zeigt, dass es in Frankreich ein Problem gibt, und das schon seit langem. Und es ist schade, dass dieses Problem mit den Wahlen nie gelöst wird. Ich gehe wählen, aber mit einem komischen Gefühl und mit dem Bewusstsein, dass sich einiges ändern muss, vor allem in Bezug auf das Wahlsystem und auch was die Art und Weise angeht, wie die Spitze unseres Landes die Bevölkerung vertritt oder nicht vertritt."

Auch die Schriftstellerin Isabelle Pandazopoulos hat wenig Verständnis für die Stimmenthaltungen: "Dass so viele Leute einfach nicht wählen gehen, macht mich sehr wütend. Ich frage mich, ob man nicht eine Wahlpflicht einführen sollte, damit die Demokratie funktioniert und jeder seine Verantwortung wahrnimmt, auch wenn man von einem der Kandidaten nicht unbedingt begeistert ist."