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Ukrainische Journalisten berichten von Greifswald aus über ihre Heimat

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Von Euronews  mit AFP
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Werbung des Magazins "Katapult" an der Eingangstür des Büros in Greifswald
Werbung des Magazins "Katapult" an der Eingangstür des Büros in Greifswald   -   Copyright  AFP

Vor zwei Monaten hat Roksana Panaschtschuk noch als freie Journalistin in der Ukraine gearbeitet. Jetzt lebt sie als Flüchtling in Deutschland, in einem Hotel und verfolgt die Ereignisse in der Ukraine von Greifswald, einer 60.000 Einwohner-Stadt im Nordosten Deutschlands, aus.

Panaschtschuk arbeitet als Koordinatorin für ein Netzwerk ukrainischer Journalist:innen im In- und Ausland, das von der deutschen Zeitschrift "Katapult" finanziert und organisiert wird.

Benjamin Fredrich, Chefradakteur des Magazins "Katapult" erklärt: "Wir sind Journalisten und wir hatten gehört, dass die ersten ukrainischen Journalisten aus ihrem Land fliehen, kein Geld mehr haben, ihre Büros nicht mehr besetzen können und dass sie nicht mehr weiterarbeiten können, also haben wir uns zu erst überlegt: Wir wollen denen hier unsere Infrastruktur geben, also Räume geben, Computer geben, alles das was sie brauchen, Handys…"

Finanziert werden die Gehälter der neuen, ukrainischen Kolleg:innen zum einen durch Spenden, zum anderen verzichten rund die Hälfte der Katapult-Journalist:innen auf einen Teil ihres Gehalts. Seine Arbeit verbreitet das Magazin vor allem über den Messengerdienst Telegram, das soziale Netzwerk Twitter und seine eigene Webseite. Mittlerweile gibt es eine spezielle Ukraine-Ausgabe.

Dennoch sei es manchmal gar nicht so einfach, den Wahrheitsgehalt der Geschichten zu überprüfen. Denn wenn ein Krieg ausbreche, gebe es auf beiden Seiten viel Propaganda, sagt Friedrich. Eine Aufgabe, der sich Panaschtschuk widmet:

"Ich kann ganz klar erkennen, ob ein Beitrag russische Propaganda ist. Einige ukrainische Journalisten sind zu emotional. Manchmal merkt an das ihren Texten, wenn sie beispielsweise schreiben, dass alle Russen unsere Feinde sind."

Neben der Textarbeit plant Katapult schon ein neues Projekt: im Haus werden Einrichtungsgegenstände und Spielzeug gesammelt, denn schon bald soll hier eine Unterkunft für 50 ukrainische Flüchtlinge entstehen.