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Kämpfe in der Ukraine: Russischer Strategiewechsel im Osten

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Von Oleksandra Vakulina
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Das ist der Frontverlauf an Tag 63
Das ist der Frontverlauf an Tag 63   -   Copyright  euronews

Wie ist die aktuelle Situation an den Fronten in der Ukraine?

Seit Beginn der Invasion vor über zwei Monaten hat das russische Militär laut ukrainischem Verteidigungsministerium über 1300 Raketen abgefeuert. Das Washintoner Institut für Kriegsstudien (ISW) zitiert die englische Investigativplattform Bellingcat, die berichtet, dass Russland wahrscheinlich bereits 70 Prozent seines gesamten Bestandes an Präzisionsraketen verbraucht hat. Laut britischem Verteidigungsministerium kontrolliert die Ukraine den Großteil ihres Luftraums und Russland ist es bisher nicht gelungen, die ukrainische Luftwaffe zu zerstören oder die Luftabwehr außer Kraft zu setzen.

Die russischen Luftangriffe konzentrieren vor allem auf die südliche und die östliche Ukraine, zur Unterstützung der Bodentruppen. Einer der betroffenen Orte ist Mariupol. Russische Truppen verüben hier weiter Boden- und Luftangriffe auf die verbleibenden ukrainischen Kräfte, aber sie konnten das Azovstal-Stahlwerk bisher nicht stürmen. Zudem weisen Bilder, die zeigen, wie russische Panzer Gebäude außerhalb des Stahlwerks beschießen, daraufhin, dass ukrainische Kräfte auch Positionen außerhalb des Werks verteidigen.

Truppen im Osten rücken langsamer vor

Im Osten bewegen sich die russischen Truppen methodischer und langsamer fort als noch zu Beginn des Krieges. Die Strategie hat sich geändert: Die Truppen bewegen sich jetzt auf mehreren mehr oder weniger parallel zueinander gelegenen Straßen und mit einem gewissenen Abstand voneinander fort, so dass sie mehr Kampfkraft haben.

Und nun zum Südwesten der Ukraine, zur Grenzregion bei Odessa. Das ISW sagt, Russland übt unter falscher Flagge weiter Angriffe in Moldau aus. Die Denkfabrik geht davon aus, dass die Explosionen ein Versuch sein könnten, pro-russische Kräfte in Transnistrien in den Konflikt hineinzuziehen.

Transnistrien wird von pro-russischen Separatisten kontrolliert. Dort befinden sich 1500 bis 2000 russische Soldaten und große Waffenlager. Laut ISW sind diese russischen Truppen wahrscheinlich nicht in der Lage, eigenständig einen nennenswerten Angriff auf Odessa auszuführen. Das Institut geht auch nicht davon aus, dass Russland sie so unterstützen könnte, dass sie angreifen könnten.