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Erbitterte Kämpfe in der Ostukraine: Droht ein neues Mariupol-Szenario?

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Von Euronews mit dpa, AP
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Artillerie in Feuerstellung im Norden der ostukrainischen Ortschaft Lyman, die zu fallen droht
Artillerie in Feuerstellung im Norden der ostukrainischen Ortschaft Lyman, die zu fallen droht   -   Copyright  AP/Satellite image ©2022 Maxar Technologies

Im Osten der Ukraine versuchen ukrainische Truppen weiterhin, sich der verstärkten russischen Offensive entgegenzustellen. Besonders hart umkämpft sind die Ballungsräume um die Städte Lyssytschansk und Sjewjerodonezk.

Sjewjerodonezk im Gebiet Luhansk ist nach Angaben der dortigen Militärverwaltung schon zu zwei Dritteln von russischen Truppen belagert, aber noch nicht komplett eingekesselt. Ein Großteil der dort verbliebeben Bevölkerung versucht, mit Bussen in weniger umkämpfte Gebiete zu gelangen. Der Gouverneur von Luhansk, Serhij Hajdaj, sprach von einer schwierigen Lage in Sjewjerodonezk. Zwar habe man genug Mittel, um die Verteidigung zu halten. Es könne aber sein, dass sich das ukrainische Militär aus taktischen Gründen zurückziehe.

Die Ukraine machte Russland für den Tod von fünf Zivilisten in dem von Regierungstruppen kontrollierten Teil der Region Donezk im Osten des Landes verantwortlich.

"Wenn die Okkupanten denken..."

Das ukrainische Verteidigungsministerium veröffentlichte Videomaterial, das flächendeckende Bombadierungen in der Region Donezk zeigen soll. Moskau setze dort ein Maximum an Artillerie und Reserven ein, sagte der ukrainische Präsident WolodymyrSelenskyj in einer Videoansprache. Die ukrainische Armee verteidige das Land mit allen derzeit verfügbaren Ressourcen. Ferner sagte der Präsident:  "Wenn die Okkupanten denken, dass Lyman und Sjewjerodonezk ihnen gehören werden, irren sie sich. Der Donbass wird ukrainisch sein."

Selenskyj erklärte seine Bereitschaft zu einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin. Dieses müsse aber konkret eine Beendigung des russischen Angriffskriegs zum Ziel haben.

Telefonat zwischen Nehammer und Putin

Nach einem Gespräch zwischen Putin und Österreichs Kanzler Karl Nehammer veröffentlichte der Kreml eine Erklärung, in der die Regierung in Kiew der Sabotage möglicher bilateraler Verhandlungen beschuldigt wird.

In der monatelang umkämpften südukrainischen Hafenstadt Mariupol hat das russische Militär nach eigenen Angaben die Räumung von Minen abgeschlossen. Mehrere gesunkee Schiffe im Asowschen Meer seien gebviorgen worden. Deshalb könne der Hafen von Mariupol seinen Betrieb wieder aufnehmen. 

Ferner gab der Kreml bekannt, Putin habe Nehammer darauf hingewiesen, dass es keinen Grund gebe, Russland die Schuld für die Probleme bei Lebensmittellieferungen zu geben. Eine von Nehammer über Twitter geäußerte Absicht Putins zur Wiederaufnahme von Warenverkehr über das Schwarze Meer wurde in der Erklärung des Kremls nicht erwähnt. Auch die von Nehammer wahrgenommenen "positiven Signale" zu einem Gefangenenaustausch waren kein Bestandteil des Kreml-Statements.