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"Das ist so ein Skandal": Was hat Scholz über Klimaaktivisten und Nazis genau gesagt?

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Von Alexandra Leistner
Scholz sagte, der Protest, durch den sein Auftritt in Stuttgart gestört wurde, erinnere ihn "an eine Zeit, die lange zurückliegt".
Scholz sagte, der Protest, durch den sein Auftritt in Stuttgart gestört wurde, erinnere ihn "an eine Zeit, die lange zurückliegt".   -   Copyright  Geert Vanden Wijngaert/AP

Die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat sich schockiert über einen Kommentar von Bundeskanzler Olaf Schloz auf dem Katholikentag geäußert, in dem sie einen Vergleich von Klimaaktivisten und Nazis sieht.

Nachdem mehrere Aktivisten seinen Auftritt durch Auf-die-Bühne-Stürmen und Zwischenrufe gestört hatten, sagte Scholz: "Ich sage mal ganz ehrlich, diese schwarz gekleideten Inszenierungen bei verschiedenen Veranstaltungen von immer den gleichen Leuten erinnern mich an eine Zeit, die lange zurückliegt, und Gott sei Dank."

In einem langen Thread erklärt Neubauer, warum sie sich über die Aussage so aufregt. In einem der Posts schreibt sie: "Wenn es im Skript steht, lobt man also die Engagierten für die Umwelt. Wenn man aber “ganz ehrlich” ist, sieht man sie dann doch ein bisschen wie Nazis? Was ist das für ein Geschichtsbewusstsein? Was ist das für ein Klimabewusstsein? Alles daran, so irre."

Scholz ignoriere den Kontext, vo deren Hintergrund man die Interventionen vom Klimaaktivist:innen beurteilen müsse, so Neubauer. "Wir haben keine Zeit mehr für Jahre fröhlicher Debatten zum Klimaschutz ohne notwendige Maßnahme." Der Mann der sich bei der Wahl im vergangenen September Klimakanzler nannte, habe die Klimakatastrophe nicht einmal "lose" verstanden. 

Der Klimaforscher Wolfang Cramer der Mediterranean Experts on Climate and environmental Change (MedECC) pflichtete Neubauer bei und rief nach einer Klarstellung durch den Bundeskanzler auf. Seine Aussage ginge "weit über Klimaleugnung hinaus".

Scholz' Formulierung, Aktivist:innen nutzten Veranstaltungen zu "eigenen Zwecken" verägerte viele weitere Nutzer:innen in sozialen Netzwerken.

Die Organisation Fridays for Future forderte eine Entschuldigung vom Bundeskanzler.

Angesprochen auf den Vergleich im Rahmen der Bundespressekonferenz am Montag, 30. Mai 2022, sagte Regierungssprecherin Hoffmann, es sei "absolut absurd" zu glauben, Scholz habe mit dem Vergleich die NS-Herrschaft gemeint.