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Eine ukrainische Theatergruppe thematisiert Krieg und Verlust

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Von Katharina Sturm
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Ausschnitt aus Nova Operas "Eros"
Ausschnitt aus Nova Operas "Eros"   -   Copyright  Euronews

Nova Opera ist eine Gruppe junger ukrainischer Künstlerinnen und Künstler, die neue Arten des Musiktheaters erkunden. Nach ihrer Weltpremiere beim O. Festival in Rotterdam Ende Mai wird ihre neueste Produktion "Eros" nun in Griechenland aufgeführt. Die Produktion wurde in den Wochen nach Beginn des russischen Angriffskriegs von Grund auf neu konzipiert.

Einige der ukrainsichen Darstellerinnen und Darsteller hatten aufgrund der russischen Bombenangriffe dramatische Momente erlebt. Ihre Gedanken sind ständig bei dem, was in ihrem Heimatland geschieht.

Serhii Vilka ist Komponist der Gruppe und erklärt, dass sie als ukrainische Bürgerinnen und Bürger, die ganze  Zeit an den Krieg denken. "Wir denken an unsere Familien, die noch in der Ukraine sind. Wir können diese Tatsache nicht ignorieren", so Vilka. Er sagt, dass die Musik und die gesamte Aufführung in vielen Punkten auf der Situation in der Ukraine beruht.

Andrii Koshman singt den Bariton in Nova Opera. Er stellt fest, dass es für sie alle kein einfacher Weg war. Selbst jetzt, nachdem sie aus der Ukraine fliehen konnten, sei es sehr schwer, sich voll und ganz in den kreativen Schaffungsprozess einzubringen, da die russischen Streitkräfte in der Ukraine so viel Schaden anrichten, erklärte Koshman.

Das Stück erzählt persönliche Erlebnisse des ukrainischen Teams nach und verfolgt die ersten Momente der Invasion. Währenddessen besucht ein Mann auf einer fiktiven Ebene die toten Philosophen und Dichter aus Platons Symposion, in der Hoffnung, dass er seinen verlorenen Glauben in die Menschheit wiederfindet.

Es ist ein Projekt über Liebe, Verlust, Schmerz und Krieg. Die Darsteller sitzen mit den Zuschauern zusammen am Tisch, singen und erzählen mit Hilfe von Live-Kameras Geschichten.

Elli Papakonstantinou ist die Regisseurin des Stücks. Sie lernte Nova Opera vor 4 Jahren in den Niederlanden kennen und erklärt, dass sie sich bei dem Stück mehr darauf konzentriert haben, wie die westliche Welt dieses Thema angehen kann. Es ging um das Gefühl des Verlustes, dass man durch die Liebe haben kann, so die Regisseurin. Die Frage sei jedoch, wie man dieser humanitäre Kriese in der Ukraine mit dem Gefühl des Verlustes begegnen kann, sagte Papakonstantinou. "Wir haben also zwei verschiedene Welten, die aufeinandertreffen. Wir sprechen eher über den Verlust der Liebe und lassen das Feld für Assoziationen und Konnotationen offen, die durch eine Metaerzählung entstehen können, so Papakonstantinou. Denn jeder wüsste natürlich, dass diese Menschen, die auf der Bühne stehen, aus dem Krieg kommen.

Im Herbst wird "Eros" in Italien, im Nationaltheater von Genua und in Israel aufgeführt.