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Warmwasser muss bleiben: Vermieter hatte vermeintlich zu teures Gas abgestellt

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Von Euronews  mit AP, Hessenschau
Badezimmer - Symbolbild
Badezimmer - Symbolbild   -   Copyright  PETRAS MALUKAS/AFP

Der Vermieter eines Wohnhauses in Frankfurt-Bockenheim hatte seinen Mietern das Gas abgestellt, weil er davon ausging, dass sie die teuren Energiepreise nicht bezahlen könnten. Unter den Betroffenen ist eine pflegebedürftige ältere Frau, die sich gegen die Abschaltung juristisch zur Wehr setzte.

"Warmwasser ist Mindeststandard für menschenwürdiges Leben"

Wie die Hessenschau berichtet, hat das Verwaltungsgericht Frankfurt entschieden, dass Warmwasser zu den Mindeststandards für menschenwürdiges Leben gehört und dass der Vermieter das Gas nicht einfach so abstellen darf. Der Vermieter meinte, die Bewohnerinnen und Bewohner könnten sich das Wasser auf dem Herd aufwärmen. Auch Heizen könnten sie mit Geräten, die Strom verbrauchen.

Da er von den Behörden der Stadt Frankfurt dazu aufgefordert worden war, die am 30. Juni abgestellte Gasversorgung wieder herzustellen, hatte der Vermieter bei der Justiz einen Eilantrag gestellt. Diesen wies das Verwaltungsgericht jetzt zurück - und der Vermieter muss dafür sorgen, dass das Gas innerhalb einer Woche wieder fließt. Es stehe ihm nicht zu, einseitig und in bevormundender Weise die Warmwasserversorgung durch Gas einzustellen.

In den kommenden Monaten werden die Gas-Preise in Deutschland weiter steigen, auch weil dann die umstrittene Gasumlage der Regierung in Kraft treten soll.

Er wollte Mieter "vor hohen Preisen schützen"

Als Argument für das Abstellen des Gases hatte der Vermieter angegeben, er wolle seine Mieter vor den hohen Preisen "schützen".

Gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts kann noch Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof eingelegt werden.

In Großbritannien haben einige Verbraucherinnen und Verbraucher damit begonnen, ihre drastisch gestiegenen Gas-Rechnungen nicht mehr zu bezahlen.