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Lichterstadt Lyon spart an öffentlicher Beleuchtung

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Von Olivier Peguy  & Sabine Sans
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Lichterstadt Lyon spart an öffentlicher Beleuchtung
Copyright  Capture d'écran d'une vidéo Euronews réalisée par Olivier Péguy

Französische Städte sparen Energie: In Lyon wurde die Straßenbeleuchtung eingeschränkt, insbesondere bei Denkmälern. Die Stadt im Südosten Frankreichs ist für ihr Lichterfest (Fête des Lumières) bekannt, das jedes Jahr am 8. Dezember stattfindet. Trotz der Energiekrise wird die Veranstaltung derzeit nicht infrage gestellt. Dennoch wollte die von den Grünen geführte Stadtverwaltung mit gutem Beispiel vorangehen und reduzierte die alltäglichen Beleuchtungen.

"Die Stadt schaltet bereits an vier Tagen pro Woche alle Beleuchtungen in Lyon aus: an Brücken, Kirchen, Museen usw. Jegliche Beleuchtung, die für den Fußgänger- und Fahrzeugverkehr nicht notwendig ist", erklärt der stellvertretende Bürgermeister von Lyon Sylvain Godinot, er ist zuständig für den ökologischen Übergang. "Die Leute verstehen, dass man in einer Krise keine Beleuchtung anlassen kann, die nur der Verschönerung dient, sondern dass man sich auf die wesentlichen öffentlichen Dienstleistungen konzentrieren muss."

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Der stellvertretende Bürgermeister von Lyon Sylvain Godinoteuronews

Beleuchtung: Ein Thema, das alle angeht

Die Beleuchtung in der Stadt ist ein Thema, das nicht nur die Behörden, sondern auch die Geschäfte betrifft. Viele Schaufenster bleiben die ganze Nacht über beleuchtet, obwohl die Vorschriften vorsehen, dass die Schilder zwischen 1 Uhr und 6 Uhr morgens ausgeschaltet werden müssen. Um einen Wandel herbeizuführen, werden in mehreren Großstädten - wie in Paris - von Aktivisten sogenannte "Switch Off"-Aktionen ("Licht aus") durchgeführt. Außerdem gibt es private Geschäfts-Initiativen: Im Zentrum Lyons bemüht sich eine Genossenschafts-Boutique um mehr Verantwortung und Nachhaltigkeit:

"Wir haben in der Boutique vor allem die Beleuchtung umgestellt, LED-Leuchtmittel installiert, Beleuchtung, die weniger Energie verbraucht", erzählt der Geschäftsführer der Boutique "Les Curieux" Nicolas Asbóth-Martire. "Außerdem haben wir die Nutzungszeit der Beleuchtung geregelt, sei es unser Schild oder die Räume, in denen wir nicht ständig Licht brauchen. Wir haben dort einen Durchgangssensor installiert, um sicherzustellen, dass das Licht ausgeschaltet ist, wenn wir es nicht brauchen. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir unsere Schaufenster nicht beleuchten, wenn es niemand braucht. Wir haben eine Straßenbeleuchtung, die abends ausreicht, um die Schaufenster zu erhellen."

Die französische Regierung hat Unternehmen kürzlich aufgefordert, ihren Energieverbrauch um 10 % zu senken. Einsparungen, die bei der Beleuchtung und der Heizung erzielt werden können.

Tipps vom Energie-Experten

Zum Thema Energiesparen weiß Bruno Lafitte mehr. Der Experte war zum euronews-Interview zugeschaltet. Er ist Ingenieur bei der ADEME, der Agentur für den ökologischen Übergang und dort insbesondere auf Fragen im Zusammenhang mit der Beleuchtung spezialisiert. 

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Euronews-Reporter Olivier Péguy (li.) im Interview mit Experte Bruno Lafitteeuronews

Euronews-Reporter Olivier Péguy: Vor kurzem haben mehrere Städte in der Welt und in Europa beschlossen, die Beleuchtung ihrer Denkmäler zu begrenzen. Haben solche Begrenzungen Ihrer Meinung nach eine echte Auswirkung, oder sind das symbolische Gesten?

Bruno Lafitte: Sicherlich hat es eine Auswirkung, da es zu unmittelbaren und direkten Einsparungen führt. Andererseits sind diese Auswirkung geringer, verglichen mit der Auswirkung der Renovierung von Gebäuden, die energetische Schwachstellen sind. Aber jede Geste zählt! Das ist wichtig. Das Ausschalten von Beleuchtung an öffentlichen Gebäuden sieht jeder. Es ist eine kollektive Geste, da alle Einwohner es sehen können. Es ist eine recht einfache Geste, die man nicht bereuen muss. Es ist eine Geste, die direkt zu Energieeinsparungen führt.

Euronews: Wie kann man Ihrer Meinung nach im Energiebereich sparen, Herr Lafitte? Sie sprachen von der Bedeutung von weniger Beleuchtung. Was gibt es sonst noch für Möglichkeiten?

Bruno Lafitte: Es gibt zwei Aspekte. Erstens: Vermeidung von Energieverschwendung. Bei der Beleuchtung kennt man die Empfehlung, das Licht auszuschalten, wenn man einen Raum verlässt. Typischerweise sollte man ein Licht nicht eingeschaltet lassen, wenn niemand es braucht. Das ist Energieverschwendung. Neben der Vermeidung von Energieverschwendung kann man auch über die eigene Nutzung nachdenken. Das ist ein Element, das im Konzept der Sparsamkeit enthalten ist: über die eigene Nutzung nachzudenken. Kann ich meinen Stromverbrauch einfach dadurch senken, dass ich meinen Komfort ein wenig einschränke? Warum zum Beispiel nicht die Temperatur des Raums, in dem man sich im Winter aufhält, senken und einen Pullover anziehen, anstatt im Hemd oder T-Shirt zu bleiben? Das ist eine kleine Anstrengung, die den Komfort der Person letztendlich nicht verringert. Es setzt lediglich voraus, dass man über seine Energienutzung nachdenkt.