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Nur 23 Minuten: Was sagte Lawrow bei seinem Kurzauftritt vor dem UN-Sicherheitsrat?

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Von Euronews  mit dpa
UN-Generalsekretär António Guterres im UN-Sicherheitsrat
UN-Generalsekretär António Guterres im UN-Sicherheitsrat   -   Copyright  MTI

Die neuen Ankündigungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin haben das Treffen im UN-Sicherheitsrat beherrscht. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die Atomdrohungen Moskaus scharf. "Die Idee eines nuklearen Konflikts, einst undenkbar, wird heute von einigen heraufbeschworen. Das alleine ist inakzeptabel."

Die geplanten Referenden im Osten der Ukraine wertete Guterres als möglichen Bruch des Völkerrechts. Der Krieg bewege sich "weitere Schritte weg von jeder Aussicht auf Frieden - und hin zu einem endlosen Kreislauf von Schrecken und Blutvergieße", beklagte er.

Kuleba fordert Sondertribunal

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba beschuldigte Moskau schwerer Kriegsverbrechen und mahnte, Russland könne den Krieg nicht gewinnen. Es werde keinen Frieden ohne Gerechtigkeit geben, sagte Kuleba.

"Keines der russischen Verbrechen in der Ukraine wäre ohne die von der russischen Führung gestartete Aggression gegen die Ukraine möglich gewesen. Das darf nicht ungestraft bleiben. Der einzige Weg, Präsident Putin und sein Umfeld vor Gericht zu stellen, ist die Einrichtung eines Sondertribunals für die Verbrechen gegen die Ukraine", so der Außenminister der Ukraine.

Mary Altaffer/AP Photo
Der Außenminister Sergej Lawrow bei seiner Rede im UN-SicherheitsratMary Altaffer/AP Photo

Lawrow nur 23 Minuten anwesend

Sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow erschien lediglich für seine eigene Rede, verschwand danach aber direkt wieder und ließ sich den Rest der Zeit von seinem Vize Sergej Werschinin vertreten.

"Wir haben kein Vertrauen mehr in das Sondertribunal. In den vergangenen acht Jahren haben wir vergeblich darauf gewartet, dass die Straffreiheit in der Ukraine ein Ende hat. Wir zählen nicht auf Gerechtigkeit von dieser und anderen internationalen Institutionen. Die Zeit des Wartens ist vorbei", sagte Lawrow.

Als Lawrow schließlich sein Mikrofon ausschaltet, schaut er auf seine Uhr, steht auf und verlässt nach nur 23 Minuten wieder den Saal - ohne der Stellungnahme auch nur eines anderen Landes zuzuhören. Kuleba reagierte darauf mit Spott und sagte: "Ich habe heute auch bemerkt, dass russische Diplomaten genau so fliehen wie russische Soldaten."

Denn wenn Russland aufhört zu kämpfen, endet der Krieg. Wenn die Ukraine aufhört zu kämpfen, endet die Ukraine.
Antony Blinken
Außenminister USA

China und Indien sparen mit Kritik

US-Außenminister Antony Blinken sagte, dass Putin diese Woche bewusst gewählt habe, um das Feuer, das er gelegt habe, weiter anzuheizen. Dies zeige seine "völlige Verachtung für die Vereinten Nationen".

"Wie soll diese Aggression gegen die Ukraine durch Präsident Putin das Leben oder die Aussichten eines einzigen russischen Bürgers verbessern? Ein Mann hat diesen Krieg gewählt, ein Mann kann ihn beenden. Denn wenn Russland aufhört zu kämpfen, endet der Krieg. Wenn die Ukraine aufhört zu kämpfen, endet die Ukraine."

Bei der Sitzung in New York riefen die Chefdiplomaten Chinas und Indiens zu Verhandlungen und Dialog auf - ohne sich klar gegen Russland zu stellen.