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Keine Angst vorm Winter: Energieautarkes Feldheim hat vorgesorgt

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Von Euronews  mit AP
Windrad in brandenburgischen Feldheim
Windrad in brandenburgischen Feldheim   -   Copyright  Michael Sohn/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved   -  

In vielen Ortschaften Deutschlands schaut man dem anstehenden Winter mit Sorge entgegen. Nicht so im brandenburgischen Feldheim, rund eine Stunde südlich von Berlin. Die 130 Einwohner zählende Ortschaft ist inzwischen energieautark.

"Der Windpark ist im Laufe der Jahre gewachsen. Wir haben jetzt 55 Windturbinen in Betrieb und der Strom für das Dorfnetz kommt von diesen Windturbinen. Was die Heizung angeht, so kommt die Wärme aus einer Biogasanlage, die 2008 hier im Dorf neu installiert wurde", erklärt Kathleen Thompson, die für das Neue Energien Forum Feldheim arbeitet.

Eine Biogasanlage, die eigentlich errichtet wurde, um Ferkel warm zu halten, wurde ebenfalls erweitert und verschafft der Bauerngenossenschaft ein zusätzliches Einkommen, die heißes Wasser durch ein dorfweites Zentralheizungssystem pumpt. Derzeit befindet sich eine Wasserstoffproduktionsanlage im Bau.

Die Anwohner profitieren inzwischen von den günstigsten Strom- und Erdgastarife in ganz Deutschland. "Sie alle können nachts ruhig schlafen und haben keine Bedenken, denn die Preise werden sich nicht ändern, jedenfalls nicht in nächster Zukunft", sagt Thompson weiter.

Ein Schlüssel zum Erfolg sei gewesen, die Menschen vor Ort an dem Projekt teilhaben zu lassen, erklärt der zuständige Bürgermeister der Gemeinde Treuenbrietzen. Die basisdemokratische Herangehensweise des Dorfes an die Erzeugung sauberer Energie steht in krassem Gegensatz zur gängigen Praxis in Deutschland, wo große Energieunternehmen dazu neigen, riesige Energieprojekte zu realisieren und auch zu kontrollieren. Kleinere Projekte werden dagegen oft mit großen regulatorischen Hürden konfrontiert.

Obwohl Deutschland Milliarden in den Ausbau der erneuerbaren Energien pumpt, um klimaschädliche Emissionen zu reduzieren, waren fossile Brennstoffe und Kernkraft in den ersten sechs Monaten dieses Jahres für mehr als die Hälfte der Bruttostromerzeugung des Landes verantwortlich.