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Vom armen Irland zum Irischen Tiger: Was 50 Jahre EU - auch anderen - bringen könnten

Beitritt Irlands zur EWG - Vorgänger-Organisation der EU - 1973
Beitritt Irlands zur EWG - Vorgänger-Organisation der EU - 1973 Copyright AP/AP
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Von Euronews mit Ken Murray
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Irland ist jetzt seit genau 50 Jahren in der Europäischen Union. Wie Dublin von der EU profitiert hat - und was ist nicht so gut gelaufen ist.

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Irland ist seit 50 Jahren Mitglied der EU. Am 1. Januar 1973 trat die Nation unter Premierminister Jack Lynch gemeinsam mit Großbritannien und Dänemark in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft ein.

 Aus dem damals armen Irland ist nach Pro-Kopf-Einkommen eines der wohlhabendsten Länder geworden.

Der ehemalige irische Ministerpräsident John Bruton ist inzwischen EU-Botschafter in den USA. Er erklärt im Gespräch mit Euronews: "Die EU-Mitgliedschaft ermöglichte es uns, aus dem Schatten unseres Nachbarn Großbritannien hervorzutreten und nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich unabhängig zu werden. Die EU-Regularien halfen uns, unsere Wirtschaft zu modernisieren. EU-Gelder waren elementar wichtig, um die Infrastruktur, den Transport und andere Bereiche Irlands zu verbessern."

Viel höheres BIP und zehn Mal mehr Studierende

Auf Englisch war oft die Rede vom "Celtic Tiger", der Irische Tiger steht für den wirtschaftlichen Aufschwung der Insel - besonders in den 1990er Jahren.

Das irische Bruttoinlandsprodukt ist seit 1973 von 3,5 Milliarden Pfund auf 120 Milliarden Euro gestiegen.

Die Bevölkerung ist von 2,9 auf etwas mehr als 5 Millionen gewachsen.

Die Anzahl der Student:innen hat sich in derselben Zeit von 27.135 auf 246.000 fast verzehnfacht und (der Anteil) liegt bei 63 Prozent. Das ist über dem OECD-Durchschnitt von 59 Prozent.

2013 entwickelte sich Irland vom EU-Geld-Empfänger zum Nettobeitragszahler.

Sorgenkinder sind Fischerei und Landwirtschaft

Im Agrar- und Ernährungssektor geht es aber nicht allen gut. Dementsprechend unzufrieden sind viele Ir:innen, die in der Fischerei arbeiten, mit der EU-Mitgliedschaft.

Thomas Pringle ist ein unabhängiger Abgeordneter, er sieht den Einfluss der EU vor allem negativ: "Ich glaube, dass wir der EU deutlich mehr gegeben haben, als wir je bekommen haben. Ich komme aus Killybegs, dem größten Fischereihafen in Irland. Was wir an Fischereirechten und -ressourcen an die EU abgegeben haben, übertrifft alles, was wir an landwirtschaftlichen und strukturellen Zahlungen je erhalten haben, und ich glaube, dass es das Land zerstört hat."

Euronews-Reporter Ken Murray fasst zusammen: "Irland ist der EWG 1973 beigetreten und jetzt ein EU-Vorzeigestaat. Zum Zeitpunkt des Beitritts war das Land eher arm, jetzt ist es eines der wohlhabendsten Länder der Welt. Der Erfolg Irlands ist eine Erinnerung an alle Staaten, die der EU beitreten möchten, dass sie, wenn sie aufgenommen werden und die Gelder aus Brüssel weise investieren, ähnliches Wachstum in den folgenden Jahren und Jahrzehnten erleben könnten."

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