Wer kontrolliert Soledar? Weiter schwere Kämpfe im Donbas

Access to the comments Kommentare
Von Julika Herzog  mit dpa, AP, AFP
Schwer umkämpfte Stadt Soledar im Donbas
Schwer umkämpfte Stadt Soledar im Donbas   -   Copyright  LIBKOS/ AP

Unklar ist, ob Soledar wie am Dienstag behauptet, von der russischen Söldnertruppe Wagner eingenommen wurde.

Generalstab in Kiew: Kämpfe um Soledar dauern an

Die russische Militärführung schwieg dazu, Kremlsprecher Dmitri Peskow erwähnte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Interfax lediglich eine "positive Dynamik beim Vorankommen". Der ukrainische Generalstab hatte die russische Berichte über die Eroberung dementiert. "Die Kämpfe dauern an", hieß es in einer Mitteilung. Der ukrainische Grenzschutz veröffentlichte Bilder, die zeigen sollen, wie die ukrainische Armee einen Vormarsch russischer Streitkräfte in der Stadt stoppt.

Soledar und das benachbarte Bachmut sind für Moskau als Teil des ukrainischen Verteidigungswalls vor dem Ballungsraum zwischen Slowjansk und Kramatorsk von strategischer Bedeutung. Die Einnahme dieses Gebiets wäre aus russischer Sicht ein bedeutender Schritt hin zur Eroberung des gesamten Donbass - eines der Kriegsziele des Kremls.

Selenskyj: Russische Propagandaaktion bei Soledar

Die von russischer Seite verkündete Einnahme der schwer umkämpften ostukrainischen Kleinstadt Soledar ist nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Selenskyj ein Propagandamanöver. "Die Front im Donezk-Gebiet hält", sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. "Die Kämpfe gehen weiter, und wir unternehmen alles, um die ukrainische Verteidigung zu stärken."

"Jetzt versuchen der Terror-Staat und seine Propagandisten so zu tun, als sei ein Teil unserer Stadt Soledar – einer Stadt, die von den Invasoren fast vollständig zerstört wurde – eine Art Eigentum Russlands", sagte Selenskyj. Mit diesen Behauptungen über vermeintliche Erfolge versuche Russland, seine Bevölkerung zu täuschen und "die Mobilisierung zu unterstützen".

Bachmut liegt nach ständigem russischen Beschuss in Trümmern

Seit mehr als fünf Monaten liegt Bachmut unter ständigen russischen Beschuss, die Stadt liegt in Trümmern. Früher lebten hier rund 70.000 Menschen, heute sind nur noch etwa 10 % der Bevölkerung übrig.

"Unsere Aufgabe ist es, sowohl die Nacht als auch den Tag zu überleben. So sehe ich das. Und natürlich wäre es schön, tagsüber zu kochen und etwas zu essen", so ein Einwohner. "Die Stadt hält sich immer noch, Gott sei Dank. Bachmut ist eine Festung."

Auch wenn unklar ist, welche Seite im Kampf um Bachmut und Soledar - beide Städte sind nur 14 Kilometer voneinander entfernt erfolgreicher ist, sicher ist beiden Seiten verzeichnen Verluste.