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Keine Europaspiele für Russland und Belarus: Könnten sie "nach Asien umziehen"?

Vieles deutet darauf hin, dass die Olympiaveranstalter 2024 in Paris russische Athleten unter neutraler Flagge zulassen - dagegen gibt es Protest.
Vieles deutet darauf hin, dass die Olympiaveranstalter 2024 in Paris russische Athleten unter neutraler Flagge zulassen - dagegen gibt es Protest. Copyright Jean-Christophe Bott/Keystone
Copyright Jean-Christophe Bott/Keystone
Von Cinzia Rizzi
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Das Olympische Komitee von Asien (OCA) hat Athlet:innen aus Russland und Belarus zu den Asienspielen eingeladen: Werden sie die Einladung annehmen?

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Es sind weniger als drei Monate bis zur Eröffnung der Europäischen Spiele in Krakau-Malopolska 2023.

Polen ist Gastgeber der dritten Auflage der Veranstaltung, die sich an den Olympischen Spielen orientiert und bei der mehrere Disziplinen - 19 von 29, um genau zu sein - als Olympiaqualifikation für Paris 2024 gelten.

Russische und belarussische Athlet:innen werden jedoch nicht teilnehmen. Ende 2022 hatten die Vereinigung der Europäischen Olympischen Komitees (EOC)) und das Polnische Olympische Komitee (PKOl) beschlossen, die Athlet:innen aus diesen beiden Ländern aufgrund des russischen Einmarsches in der Ukraine von den Wettkämpfen auszuschließen.

Wir werden dies nicht zulassen, unabhängig von den derzeitigen diplomatischen Bemühungen.

Die Position des Organisationskomitees, wie sie in der Pressemitteilung vom 29. März dargelegt wurde, bleibt unverändert und deckt sich mit den Leitlinien des polnischen Ministeriums für Sport und Tourismus und des Polnischen Olympischen Komitees: 

"Wir unterstützen die Position der ukrainischen Behörden, die sich dagegen wehren, Russ:innen und Belaruss:innen zu sportlichen Wettkämpfen zuzulassen, zumindest solange der von Russland verursachte blutige Krieg nicht beendet ist", heißt es in der Mitteilung.

Der Präsident des Organisationskomitees der Europäischen Spiele, Marcin Nowak, vertrat eine strikte Haltung: "Bei den Europäischen Spielen in Krakau werden keine Sportler:innen aus der Russischen Föderation und Belarus teilnehmen. Wir werden dies nicht zulassen, unabhängig von den derzeitigen diplomatischen Bemühungen."

IOC drängt auf die Rückkehr von Russen und Belarussen zu den Olympischen Spielen

Die Mitteilung des Organisationskomitees für die polnischen Spiele kommt wenige Tage nach der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die Rückkehr von Russ:innen und Belaruss:innen zu Sportveranstaltungen vorzuschlagen

Der Vorschlag an die internationalen Verbände löste eine heftige Kontroverse aus. Neben dem Widerstand aus Kiew sprachen sich auch Politiker aus Deutschland, Litauen und Polen sowie Vertreter des Leichtathletik-Weltverbandes und des Internationalen Turnverbandes dagegen aus.

Das IOC hat den Sportverbänden vorgeschlagen, die Rückkehr von Russ:innen und Belaruss:innen als neutrale Athlet:innen und nach bestimmten Kriterien zuzulassen: diejenigen, die sich nicht öffentlich für die russische Invasion in der Ukraine ausgesprochen haben, und Athlet:innen, die nicht mit den Streitkräften oder nationalen Sicherheitsbehörden verbunden sind.

Was jedoch die Möglichkeit der Qualifikation für die Olympischen Spiele betrifft, so haben die Russ:innen und Belaruss:innen vielleicht noch eine weitere Chance und können die Europäischen Spiele daher ganz vergessen.

Liegt die Antwort in Asien? Nicht alle finden das gut.

Ende Januar lud der Olympic Council of Asia (OCA) Athleten aus Moskau und Minsk zur Teilnahme an den Asienspielen 2023 ein, die vom 23. September bis 8. Oktober in der chinesischen Stadt Hangzhou stattfinden werden. 

"Der OCA glaubt an die verbindende Kraft des Sports und an die Tatsache, dass alle Athlet:innen, unabhängig von ihrer Nationalität oder ihrem Pass, an sportlichen Wettkämpfen teilnehmen können sollten", heißt es in der Mitteilung.

Ein Vorschlag, der auch dem IOC gefiel. Wenn dies der Fall wäre und Russ:innen und Belaruss:innen sich für eine Teilnahme an den Asienspielen entscheiden würden, hätten sie unter anderem bessere Chancen, sich in bestimmten Disziplinen wie Wasserball oder Boxen für die Olympischen Spiele zu qualifizieren.

Gerade in der letztgenannten Sportart sind jedoch nicht alle dafür. Dies gilt zum Beispiel für den Trainer der japanischen Box-Nationalmannschaft, Hiyama Shigeru: "Es sind europäische Länder, und ich verstehe nicht, warum sie in Asien teilnehmen sollten", sagte er. 

Das könnte die Qualifikationschancen der asiatischen Boxer gefährden.

"Die asiatischen Länder sind im Boxen stark. Wir haben Usbekistan, Indien und die Türkei. Warum sollte man Russland und Belarus die Teilnahme gestatten? Das könnte die Qualifikationschancen der asiatischen Boxer gefährden."

"Neutrale" Teilnahme ist erlaubt

Nach dem OCA-Vorschlag hatten sich auch die afrikanischen olympischen Komitees (ANOCA) für eine Teilnahme russischer und belarussischer Sportler:innen an den Olympischen Spielen 2024 ausgesprochen. 

Die Mitglieder stimmten einstimmig für ihre Wiedereingliederung in internationale Wettkämpfe und erlaubten ihnen die Teilnahme an den Spielen "in einer neutralen und unmarkierten Weise".

Das Ausbleiben einer endgültigen Entscheidung des IOC und der Verbände hält (vorerst) die Aussicht auf einen Olympia-Boykott durch die Ukraine am Leben. Ukrainische Vertreter haben damit gedroht, nicht an den Spielen in Paris teilzunehmen, falls die russische Sportler:innen zugelassen werden.

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Und was die bevorstehenden Europaspiele angeht: Die letzte Ausgabe im Jahr 2019 fand zufälligerweise in Minsk statt -, die am 21. Juni im Henryk-Reyman-Stadion in Krakau beginnen und am 2. Juli enden.

 Erwartet werden rund 7.000 Athleten aus 48 Ländern. Nicht fünfzig, wie es der Fall gewesen wäre, wenn Russland und Belarus zugelassen worden wären.

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