Zweiter russischer Güterzug entgleist, das nächste Treibstofflager in Flammen

Samstag, 29. April 2023: ein brennender Kraftstofftank in Sewastopol auf der Krim.
Samstag, 29. April 2023: ein brennender Kraftstofftank in Sewastopol auf der Krim. Copyright AP/Sevastopol Governor Mikhail Razvozhaev telegram channel
Von Evelyn Laverick
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In den letzten Tagen häufen sich Anschläge auf russische Infrastruktur und Nachschublinien. In der russischen Grenzregion Brjansk ist ein zweiter Güterzug nach einer Explosion entgleist, unweit der Krim-Brücke brennt ein zweites russisches Treibstofflager.

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Zum zweiten Mal ist in der russischen Grenzregion Brjansk zur Ukraine ein Güterzuug entgleist. Wie beim ersten Sabotageakt wurden auch bei dem neuen Vorfall nach einer Explosion diesmal eine Lokomotive mit rund 20 Waggons aus den Gleisen geworfen. 

Außerdem ist in der russischen Region Krasnodar unweit der Krim-Brücke ein Treibstofflager in Brand geraten. Es sei ein "Brand der höchsten Schwierigkeitsklasse“, so der Regionalgouverneur. Am Rande der Siedlung Wolna liegt ein großes Umschlagterminal für Öl und Ölprodukte. Medienberichten zufolge ist eine Zisterne mit 20 000 Kubikmetern Treibstoff in Brand. 

Rauch und Flammen seien bis auf die gegenüberliegende Halbinsel Krim zu sehen, hieß es. Die Feuerwehr versuche, die Flammen einzudämmen und ein Übergreifen auf andere Zisternen zu verhindern. Über die Ursachen des Brandes wurde bislang nichts bekannt.

Am letzten Wochenende wurde bereits ein Treibstoffreservoir auf der Krim durch eine Drohnenattacke in Brand gesetzt.

Sabotageakte häufen sich - Vorbereitung für die ukrainische Gegenoffensive?

In den letzten Tagen häufen sich Anschläge auf russische Infrastruktur und Nachschublinien, während gleichzeitig die angekündigte ukrainische Gegenoffensive erwartet wird.

Schoigu fordert Verdoppelung der Raketenproduktion

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat bei einem Treffen hochrangiger Militärs erklärt, die russischen Streitkräfte würden der Ukraine auf der gesamten Frontlinie schwere Schläge zufügen. "Allein im vergangenen Monat haben sie mehr als 15.000 Mann verloren", so der russische Verteidigungsminister

Zudem sei es der russischen Armee im gleichen Zeitraum gelungen, 8 Flugzeuge, 277 Drohnen und 430 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge sowie 225 Artilleriegeschütze zu zerstören. Unabhängig lassen sich die Aussagen nicht überprüfen. Zu eigenen Verlusten machte Schoigu keine Angaben.

In der Vergangenheit ist das russische Verteidigungsministerium immer wieder mit überhöhten Angaben zu feindlichen Verlusten aufgefallen. So hat Russland offiziellen Angaben nach bis Anfang Mai 413 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Zu Beginn des Kriegs hatte die Ukraine aber gerade einmal 124 Kampf- und Trainingsflugzeuge sowie 63 Transportmaschinen.

Schoigu forderte vom staatlichen Hersteller taktischer Raketen eine deutliche Produktionssteigerung. Das Unternehmen liefere zwar fristgerecht, "aber gerade jetzt ist es nötig, die Produktion von Hochpräzisionswaffen in kürzester Zeit zu verdoppeln", was Spekulationen zu bestätigen scheint, dass Russland nur noch über wenig Munition verfüge.

US-Schätzungen zu russischen Verlusten "aus der Luft gegriffen".

Der Kreml hat die US-Einschätzung zurückgewiesen, wonach das russische Militär in den letzten fünf Monaten 100.000 Opfer, darunter 20.000 Tote, zu beklagen hatte. Ein Sprecher sagte, die Zahlen seien "aus der Luft gegriffen".

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