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Nach Deal mit Kreml ziehen sich Wagner-Kämpfer zurück

Bewaffnete Uniformträger in Rostow am Don am 24. Juni 2023
Bewaffnete Uniformträger in Rostow am Don am 24. Juni 2023 Copyright AP/AP
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Von Euronews mit AP, dpa
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der offene Machtkampf zwischen Söldnerchef Prigoschin und Präsident Putin scheint beigelegt, Prigoschin soll Russland ungestraft verlassen dürfen.

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Bis zum frühen Sonntagmorgen hielten die Wagner-Kämpfer ihre Positionen in der südrussischen Millionenstadt Rostow am Don - dann zogen sie sich zurück. Unter dem Applaus der Zivilbevölkerung verließen zunächst die ersten Fahrzeuge mit Söldnern das - erst Stunden zuvor von ihnen eingenommene - Hauptquartier des russischen Militärkommandos Süd, ehe später auch Panzer und Gefechtsfahrzeuge die Innenstadt verließen.

Es war der vorläufige Schlusspunkt im Machtkampf der Wagner-Söldner mit der russischen Militärführung. Prigoschin beschuldigte Verteidigungsminister Sergej Schoigu, ein Lager seiner Truppe angegriffen zu haben. Dies sei in der Region Bachmut geschehen, wo die Söldner Seite an Seite mit russischen Soldaten gekämpft hatten. Bei dem Angriff hat es laut Prigoschin auch Tote unter seinen Leuten gegeben.

Daraufhin hatte der 62-Jährige zu dem "Marsch der Gerechtigkeit" in Richtung Moskau aufgerufen. Dieser endete dann keine 24 Stunden später.  Zu diesem Zeitpunkt hatte sich ein Wagner-Konvoi aus Militärfahrzeugen auf der Fernstraße M 4 schon bis auf 200 Kilometer Moskau genähert, wo scharfe Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. 

Für Montag war allen Moskauerinnen und Moskauern offiziell freigegeben worden. Für den Schritt machte die Stadtverwaltung Sicherheitsbedenken geltend. Unklar war zunächst, ob der freie Tag nun wieder gestrichen wird.

Prigoschin wollte kein Blutvergießen

Den Rückzieher der vermeintlichen Rebellion begründete Prigoschin über Telegram damit, dass nun der Moment gekommen sei, wo Blut vergossen werden könnte. Persönlich zur Aufgabe beigetragen haben soll der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko, dem der russische Präsident Wladimir Putin dafür dankte.

Auf dem Wagner-Vormarsch Richtung Moskau ging in der südrussischen Stadt Woronesch ein Treibstofflager in Flammen auf. In der Region kam es offenbar auch zu Kämpfen zwischen den Söldnern und russischen Truppen, die sie aufzuhalten versuchten. Am Rand der Fernstraße M 4 sollen Wracks von Militärfahrzeugen gesichtet worden sein. Ob diese bei Kämpfen zu Schaden kamen ist unklar.

Zumindest auf Seite der Söldner hat es offenbar weder Tote noch Verletzte bei dem Vormarsch gegeben. Zum Zeitpunkt des Rückzugs sagte Prigoschin, es sei kein Tropfen Blut seiner Kämpfer vergossen worden.

Montag bleibt in Moskau arbeitsfrei

Wie es jetzt mit Prigoschin und der Wagner-Gruppe weitergeht ist unklar. Gerüchten in Russland zufolge wird bereits an einer Neuorganisation des Verteidigungsministeriums gearbeitet. Dieser Umgestaltung könnte der von Putin nicht gerade hochgeschätzte Schoigu zum Opfer fallen. Die Absetzung von Schoigu war ein mehrfach geäußertes Ziel von Prigoschin.

An den Zufahrtsstraßen rund um Moskau wurden am frühen Sonntagmorgen nach offiziellen Angaben alle Straßensperren aufgehoben. An dem von Bürgermeister Sergej Sobjanin ursprünglich aus Sicherheitsgründen verfügten arbeitsfreien Montag hielt die Stadtverwaltung aber weiter fest.

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