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Angst um Saporischschja: "Tschernobyl ist nichts im Vergleich zu unserem AKW"

Anwohner vor Ruinen in der Region Saporischschja.
Anwohner vor Ruinen in der Region Saporischschja. Copyright ANATOLII STEPANOV/AFP or licensors
Copyright ANATOLII STEPANOV/AFP or licensors
Von Euronews mit AP/DPA/AFP
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Das Risiko eines Angriffs auf das AKW laut ukrainischen Geheimdienstangaben gesunken. Angeblich nach einem Gespräch zwischen Putin und Xi Jinping, wie westliche Medien behaupten. Die Menschen in Saporischschja haben dennoch Angst.

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Die Spannungen um das von Moskau besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ebben nicht ab - ebenso wenig die Angst vor einer nuklearen Katastrophe.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) warnt seit Langem vor den Folgen einer Eskalation. IAEA-Chef Rafael Grossi hat deshalb bei seinen Kontakten mit Moskau und Kiew auf die Einrichtung einer nuklearen Sicherheits- und Schutzzone um das Kernkraftwerk gedrängt.

Seit fast einem Jahr sind mehrere IAEA-Experten in Saporischschja stationiert, um unabhängig die Sicherheitslage zu beurteilen. Man versuche, so sichtbar und wirkungsvoll wie möglich vor Ort zu sein, um einen Atomunfall zu verhindern, so Grossi.

Sprengstoff auf dem Dach

Derweil werfen sich Moskau und Kiew gegenseitig vor, einen Anschlag auf das Atomkraftwerk im Süden der Ukraine vorzubereiten. 

Der ukrainische Generalstab schrieb in seinem täglichen Lagebericht über angebliche Sprengkörper auf dem Dach des AKW. Dagegen behauptete Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau, die Gefahr einer "Sabotage vonseiten des Kiewer Regimes" sei groß. Beide Seiten warnen vor einer Katastrophe. 

Inmitten der gegenseitigen Beschuldigungen geht das Leben in der Umgebung des AKWs weiter. Die Angst vor einer nuklearen Katastrophe bleibt.

"Wir wissen nicht, wozu diese Leute imstande sind"

Polizist Valery Golovan bestätigt: "Wir glauben, dass alles möglich ist. Damit ist nicht zu spaßen. Wir wissen nicht, wozu diese Leute, die in unser Land eingedrungen sind, imstande sind. Sie könnten alles Mögliche im Kopf haben. Also ja, wir glauben, dass die Bedrohung real ist."

Natalia Fedosh musste nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms die Stadt Enerhodar am linken Ufer Stausees verlassen. "Wenn sie das Atomkraftwerk in die Luft jagen, wäre Russland betroffen, auf jeden Fall halb Russland und halb Europa. Tschernobyl ist nichts im Vergleich zu unserem Kernkraftwerk."

Auf den Katastrophenfall vorbereitet

Oleksiy Arnautov arbeitet für den Katastrophenschutz in der Region und meint, man sei auf den Katastrophenfall vorbereitet. "Wir werden im Notfall die entsprechenden, bereits vorbereiteten und getesteten Reaktionspläne aktivieren. Wir haben sie erst letzte Woche erneut geübt. Die diensthabenden Einheiten werden an der Dekontamination von Personen und Geräten beteiligt sein, die das versuchte Gebiet verlassen."

Nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes ist das Risiko eines Angriffs auf das Kraftwerk gesunken. Westlichen Medienberichten zufolge hat angeblich ein Gespräch zwischen Wladimir Putin und dem chinsischen Staats- und Parteichef Xi Jinping dafür gesorgt.

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