Raketenangriff auf Kiew: Mindestens 13 Verletzte

Feuerwehrleute arbeiten in der Nähe des Kraters nach den russischen Angriffen in Kiew, Ukraine, Donnerstag, 21. März 2024.
Feuerwehrleute arbeiten in der Nähe des Kraters nach den russischen Angriffen in Kiew, Ukraine, Donnerstag, 21. März 2024. Copyright Vadim Ghirda/Copyright 2024 The AP. All rights reserved.
Von Johanna Urbancik mit AP
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In den frühen Morgenstunden wurde die ukrainische Hauptstadt von mehreren russischen Raketen angegriffen. Bis jetzt wurden mindestens 13 Verletzte gemeldet, darunter auch ein Kind.

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Um kurz vor vier Uhr morgens Ortszeit wurde die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Raketen und Marschflugkörpern angegriffen, so die ukrainische Luftabwehr auf Telegram. 13 Menschen wurden nach Angaben von Serhiy Popko, Leiter der Militärverwaltung der Stadt Kiew, verletzt. Die ukrainische Luftabwehr hat angegeben, dass sie 31 Raketen abgeschossen haben, darunter zwei "Kinzhal"-Hyperschallraketen und 29 Marschflugkörper. 

In einem Beitrag auf Telegram schrieb die Militärverwaltung der Stadt Kiew, dass die Raketen gleichzeitig aus verschiedenen Richtungen in der Hauptstadt einschlugen. In mehreren Bezirken von Schewtschenkiwski, Swjatoschinskij und Podilskyi wurden Gebäude durch einen Raketenangriff beschädigt. Die Bewohner der Hauptstadt haben erneut Schutz in U-Bahnen, Schutzräumen oder ihren Bädern gesucht.

Mindestens fünf Tote nach Angriff in Charkiw

Am Mittwoch schlug eine russische Rakete einen Industriebereich in der nördlichen Stadt Charkiw in der Ukraine ein. Dabei wurden laut dem Bürgermeister Ihor Terekhow mindestens fünf Menschen getötet und neun weitere verletzt. Auf Telegram schrieb er, dass noch fünf weitere Personen vermisst werden. 

Am späten Abend um kurz vor 23 Uhr schrieb der Bürgermeister, dass die Stadt erneut angegriffen wurde und laute Explosionen in der Stadt zu hören waren. Präsident Wolodymyr Selenskij sagte, der Angriff zeige, dass es in Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine, und anderswo, insbesondere in den nördlichen Regionen nahe der russischen Grenze, keine angemessene Luftabwehr gebe. Bis jetzt gibt es keine weiteren Angaben, ob es bei dem nächtlichen Angriff Tote und Verletzte gab.

Weitere russische Angriffe auf die Region Sumy

In der Nacht und am Morgen des 20. März haben russische Streitkräfte 16 Mal auf die Grenzgebiete und Siedlungen der Region Sumy geschossen. Laut der Nachrichtenagentur Ukrinform meldete dies die Verwaltung der Sumy-Region auf Telegram. Es wurden 65 Explosionen verzeichnet, und die Gemeinden Yunakivka, Myropillia, Krasnopillia, Velyka Pysarivka, Nova Sloboda und Esman wurden beschossen. Die Gemeinde Krasnopillia wurde mit Mörsern und Granatwerfern angegriffen. Das Gebiet der Gemeinde Velyka Pysarivka wurde sowohl mit Artillerie- und Mörserbeschuss als auch mit Luftangriffen angegriffen. 

Die Polizei und die örtlichen Behörden evakuieren die Bewohner von Velyka Pysarivka, das häufig von den russischen Truppen beschossen wird. Obwohl eine große Anzahl von Bewohnern die Siedlung bereits verlassen hat, weigern sich einige Bewohner zu evakuieren.

"Es geht um Solidarität und nicht um Wirtschaftspolitik"

Am Mittwoch begrüßte Bundeskanzler Olaf Scholz die Entscheidungen, es zu ermöglichen, europäische Gelder zum Kauf von Waffen außerhalb Europas für die Ukraine zu verwenden. "Es geht um Solidarität und nicht um Wirtschaftspolitik", sagte er während seiner Rede vor dem deutschen Parlament in Berlin vor dem Gipfeltreffen der Europäischen Union. 

Dies sollte auch für unerwartete Gewinne aus eingefrorenen russischen Vermögenswerten gelten, die nach Scholz Angaben in diesem Jahr und in den kommenden Jahren bis zu 5 Milliarden Euro einbringen könnten. Diese Ressourcen sollten für Munition und Waffen verwendet werden, die für die Ukraine jetzt wichtig sind, betonte er. "Wir werden die Ukraine so lange unterstützen, wie es nötig ist; gleichzeitig werden wir sicherstellen, dass die NATO nicht Partei in diesem Konflikt wird, und wir werden keinen aufgezwungenen Frieden auf Kosten der Ukraine akzeptieren", sagte er. 

Deutschland, Frankreich und Polen versprachen, mehr Waffen für Kiew zu beschaffen und die Produktion von Militärausrüstung mit Partnern in der Ukraine zu verstärken.  "Wir stehen zusammen – Deutschland und Frankreich, das Weimarer Dreieck, die gesamte Europäische Union, und das ist die Botschaft, die wir Russland mit all diesen Entscheidungen senden", sagte Scholz. "Wenn der russische Präsident denkt, er müsse diesen Krieg nur aussitzen und wir würden unsere Unterstützung schwächen, dann hat er sich geirrt", fügte er hinzu.

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