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Ozeankompetenz - die Menschen wissen zu wenig über das Meer

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Ozeankompetenz - die Menschen wissen zu wenig über das Meer
Copyright  Thierry Winn/Euronews
Von Denis Loctier

**Professor Alan Deidun ist der Meeresbotschafter für Malta. Er meint: Die Menschen wissen nicht genug über den Ozean. Er fodert mehr Bildung in diesem Bereich. Denn nur wenn genug Kenntnis vorhanden ist, werden die Menschen den krankenden Meeren helfen wollen.   **

Der Meeresforscher ist Mitglied der Mission Starfish, die von der Europäischen Kommission mit dem Ziel ins Leben gerufen wurde, bis 2030 gesunde Meere und Binnengewässer wiederherzustellen. Geschehen soll das unter anderem auch durch das Schließen der Wissens- und Gefühlslücke in der Öffentlichkeit. Die Menschen wären vom Meer emotional entkoppelt, meint Professor Alan Deidun. 

Mit der Mission Starfish will eine Regeneration von Meeres- und Süßwasserökosystemen, die Reduzierung der Verschmutzung auf Null und die Dekarbonisierung der europäischen Gewässer erreichen. 

In seinem Interview mit Euronews erklärt Professor Deidun, wie die Verbesserung der öffentlichen Meereskompetenz Europa helfen könnte, diese Ziele zu erreichen.

Man vergisst, dass jeder zweite Atemzug, den wir nehmen, aus dem Meer kommt.
Professor Alan Deidun, Meeresbotschafter für Malta

"Mehr als 50 Prozent des Sauerstoffs, den wir atmen, stammt aus dem Meer. Das ist eine wichtige Tatsache, die man sich vor Augen halten sollte", so Deidun. 

Eine weitere Tatsache sei, dass der Ozean einen großen Teil des zusätzlichen Kohlendioxids und anderer Treibhausgase aufnimmt, die wir durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe in die Luft ausstoßen. "Wenn es den Ozean nicht gäbe, wäre der Klimawandel aufgrund der höheren CO2-Konzentration in der Atmosphäre viel schlimmer." 

"Wenn man also die Menschen auf diese Dinge aufmerksam macht, werden sie zu Bürgern mit Ozeankompetenzen. Es ist klar, dass man damit beginnt, ihre Denkweise, ihr Verhalten und ihre Lebensweise zu ändern, um zu versuchen, dass sie selbst Veränderungen herbeiführen", so Deidun.

Das emotionale Defizit mit informeller Bildung schließen

"Hier in Malta ist ein Instrument, das sich als sehr effektiv erwiesen hat, die Bürgerforschung, die Befragung und Schulung von Interessenvertretern, um mit ihnen wissenschaftliche Daten über das Meer zu sammeln. Zum Beispiel Bootsfahrer:innen, Taucher:innen, Schnorchler:innen, Strandbesucher:innen - jeder, den Sie auf einer der kennen, kann ein Interessenvertreter sein." 

"Auf diese Weise erhalten Sie Daten, aber die Menschen, die die Fragen beantworten, haben auch etwas davon, weil sie ein größeres Bewusstsein für das Meer bekommen. Sie erhalten eine informelle Bildung." 

"Es ist erstaunlich wie populär bürgerwissenschaftliche Kampagnen sind. Sie haben es wirklich geschafft, die Menschen zu inspirieren. So sehr, dass heutzutage viele europäische Institutionen die Bürgerwissenschaft als Mittel zur Überbrückung des so genannten emotionalen Defizits nutzen. Bei der Mission Starfish haben wir das emotionale Defizit als eines der größten Hindernisse identifiziert, wenn es darum geht, Menschen für den Ozean zu begeistern - die Menschen fühlen sich dem Ozean gegenüber immer noch distanziert."