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Supervulkan im Süden Italiens: Wann bricht der Campi Flegrei aus?

Das Risiko eines Ausbruchs des Campi Flegrei ist größer denn je
Das Risiko eines Ausbruchs des Campi Flegrei ist größer denn je Copyright Tetiana Grypachevska
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Von Rebecca Ann HughesEuronews
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Der Vulkan Campi Flegrei bei Neapel steht offenbar vor dem Ausbruch. Zuletzt passierte das vor fast 500 Jahren. Die lokalen Behörden sind auf den Ernstfall vorbereitet.

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Im Süden Italiens steht der Supervulkan Campi Flegrei laut einer neuen Studie kurz vor dem Ausbruch. Der Vulkan, in der Nähe von Neapel, befinde sich in einem "extrem gefährlichen" Zustand, so der Mitautor der Studie, Stefano Carlino.

Das letzte Mal brach der Campi Flegrei, (deutsch: Phlegräische Felder), in dessen Region rund eine halbe Million Menschen leben, im Jahr1538 aus, doch jetzt scheint das Risiko eines Ausbruchs größer denn je.

Ist der Vulkan Campi Flegrei gefährlich?

Die Region rund um Neapel ist zwar eher für den Vulkan Vesuv bekannt, der im Jahr 69 n. Chr. die Stadt Pompeji auslöschte, doch Campi Flegrei stellt ein noch größeres Problem dar.

Er erstreckt sich über ein riesiges Gebiet mit einer sanften Senke von etwa 12 bis 14 km Länge - rund 500.000 Menschen leben in der roten Zone - dem von der italienischen Katastrophenschutzbehörde ausgewiesenen Gebiet mit dem höchsten Risiko. Weitere 800.000 Menschen haben ihr Zuhause in der gelben Zone.

Es wird angenommen, dass der Vulkan vor etwa 30.000 Jahren zum Aussterben des Neandertalers beigetragen hat.

Der Ausbruch vor 485 Jahren überdauerte einen Zeitraum von acht Tagen, der Vulkan stieß so viel Lava, Gestein und Aschewolken aus, dass so ein neuer Berg entstand. In den 1980er Jahren kam es zwischenzeitlich zu einer Zunahme der Aktivitäten - 40.000 Anwohnerinnen und Anwohnern wurden deshalb in Sicherheit gebracht.

Um den Supervulkan war es ruhig geworden

Jetzt hat eine Studie von Forschern des University College London (UCL) und des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) in Italien ergeben, dass ein Wiedererwachen unmittelbar bevorstehen könnte.

"Wir sagen nicht, dass es einen Ausbruch geben wird, sondern, dass es günstigere Bedingungen für einen Ausbruch gibt", so der Hauptautor Christopher Kilburn vom UCL gegenüber AFP.

Ein Grund dafür ist, dass Zehntausende kleinerer Erdbeben, die seit den 1950er Jahren aufgetreten sind, den Hohlraum am Gipfel des Vulkans, die so genannte Caldera, geschwächt haben.

Doch nur ein kleinerer Ausbruch?

In der Studie, die am Freitag in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde, berichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass Teile des Vulkans "fast bis zum Bruch gedehnt" worden seien.

Seit 2019 steigt die Zahl der kleinen Erschütterungen, die den Druck auf die Vulkankruste erhöhen. Im April wurden 600 dieser Beben registriert. Auch das Bodenniveau in der Umgebung ist angestiegen. Die Küstenstadt Pozzuoli hatte sich dem Bericht zufolge seit den 1950er Jahren um fast vier Meter angehoben.

Erdbeben und Bodenerhebungen sind kumulativ, was bedeutet, dass es vor einem Ausbruch möglicherweise keine signifikante Zunahme der Aktivität gibt. "Einem eventuellen Ausbruch könnten relativ schwache Signale vorausgehen - etwa, dass sich der Boden langsamer hebt oder aber weniger Beben", so die Autor:innen der Studie.

Sie erklärten auch, dass eine Reihe kleinerer Eruptionen stattfinden könnte, eine größere jedoch eher unwahrscheinlich sei. Außerdem "muss das Magma an der richtigen Stelle nach oben gedrückt werden, damit es zu einer Eruption kommt", so Kilburn.

Was passiert, wenn der Campi Flegrei ausbricht?

Für den Fall eines Ausbruchs existiert der besagte Evakuierungsplan, dieser sieht vor, dass die Bewohnerinnen und Bewohner innerhalb von drei Tagen mit privaten oder öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem Gebiet gebracht werden.

Die Risikostufen Grün, Gelb, Orange und Rot werden monatlich überprüft. "Die Alarmstufe in Pozzuoli ist derzeit gelb", sagte die Sprecherin der Stadtverwaltung, Giordana Mobilio, gegenüber AFP. Die Anwohner:innen werden mit Warnungen per SMS gewarnt, etwa wenn ein Beben ab der Stärke 1,5 auf der Richterskala auftritt.

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