Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Studie warnt: Rauchschäden bergen auch nach gelöschten Waldbränden ein Krebsrisiko

Chase Cho (rechts) und sein Sohn Chris stehen auf dem Dach ihres Hauses im Vorort La Crescenta bei Los Angeles. Über ihnen brennt am Montag, 31. Aug. 2009, Feuer in den Hügeln.
Chase Cho (rechts) und sein Sohn Chris stehen auf dem Dach ihres Hauses in La Crescenta bei Los Angeles. In den Hügeln über ihnen brennt ein Feuer. Montag, 31. August 2009. Copyright  Copyright 2009 AP. All rights reserved.
Copyright Copyright 2009 AP. All rights reserved.
Von Liam Gilliver
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Nach Waldbränden kehren viele Bewohner in ihre Häuser zurück. Dabei setzen sie sich, ohne es zu wissen, gesundheitsgefährdenden Chemikalien aus.

Die Gefahr von Waldbränden endet nicht, wenn die Flammen erloschen sind. Die langfristigen Folgen könnten Tausende gefährden.

Im vergangenen Jahr wüteten tödliche Feuer in Europa und verbrannten mehr als eine Million Hektar. Das ist viermal so viel Fläche wie 2024 und größer als ganz Korsika.

Behörden meldeten mehr als 1.800 Waldbrände. Sie setzten über 38 Millionen Tonnen CO₂ frei. Besonders verheerend waren Brände in Portugal und Spanien, sie machten über zwei Drittel der EU-Schäden aus. Attributionsexperten zufolge machte der Klimawandel solche Ereignisse vierzigmal wahrscheinlicher.

Nun warnen Forschende: Selbst nach dem Löschen der Brände könnten Rückkehrer in ihre Häuser weiterhin krebserregenden Stoffen ausgesetzt sein.

Die Folgen von Waldbränden

Eine neue Studie, veröffentlicht in Environmental Science & Technology Letters, untersuchte die Waldbrände 2025 im Bezirk Los Angeles. Sie zerstörten mehr als 18.000 Häuser, töteten mindestens 31 Menschen und führten zur Evakuierung von rund 200.000 Personen.

Am zweiten Tag des Feuers begannen die Forschenden, drinnen und draußen Luftproben zu sammeln. Sie machten bis nach dem Brand weiter und beendeten die Feldarbeit am 18. Februar, 18 Tage nach dem offiziellen Löschen.

Nach der Auswertung stellten die Wissenschaftler fest: Die Konzentrationen flüchtiger organischer Verbindungen (VOCs) lagen nach dem Brand deutlich höher als währenddessen. Besonders auffällig war das in unbewohnten Häuserninnerhalb der Brandzonen. Das deutet auf anhaltende Innenraumemissionen aus rauchgeschädigten Materialien hin.

Wie schädlich sind VOCs?

Eine Belastung mit VOCs wie Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylolen (BTEX) wird mit verschiedenen Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht. Sie reicht von kurzfristigen Reizungen bis zu Krebs und Organschäden. Das hängt jedoch von Konzentration und Dauer der Exposition sowie der individuellen Empfindlichkeit ab.

In Innenräumen können die VOC-Werte laut American Lung Association bis zu zehnmal höher sein als draußen. VOCs stecken in vielen Haushaltsprodukten, etwa in Reinigersprays, Farben und Lösungsmitteln.

„Einige davon sind krebserregend und eindeutig gesundheitsschädlich“, sagt Yifang Zhu vom Department für Umweltgesundheitswissenschaften und Mitglied des Autorenteams der Studie.

„Besonders besorgniserregend an diesen urbanen Waldbränden war die potenzielle Giftigkeit des Rauchs. VOCs sind in Wohngebieten allgegenwärtig. Häufige Quellen sind Baumaterialien und Haushaltsprodukte, etwa beim Kochen und Putzen.“

Die Studie empfiehlt, regelmäßig die Fenster zu öffnen. Zentralheizung, Lüftung und Klimaanlagen sollten mit Filtern mindestens der Klasse Minimum Efficiency Reporting Value (MERV) 13 laufen. Auch Luftreiniger mit Aktivkohlefiltern helfen.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Seltene Walart erholt sich leicht, ist jedoch weiter vom Aussterben bedroht

Kein Fleisch, kein Auto: Untergräbt lebensstilbezogene Klimapolitik unsere grünen Werte?

Trotz Trumps Energie-Kurswechsel: Warum Experten optimistisch bleiben