Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Expedition zum Mars: eine Testlandschaft für Raumfahrtagenturen

Von Aurora Velez
euronews_icons_loading
Expedition zum Mars: eine Testlandschaft für Raumfahrtagenturen
Copyright  euronews

Eine Reise zum Mars, ohne die Erde zu verlassen. Das ist jetzt möglich! Ein Projekt für nachhaltigen Tourismus, hebt die Ähnlichkeiten zwischen einer spanischen Mine in Huelva und dem roten Planeten hervor.

Das Minengelände von Río Tinto in der spanischen Stadt Huelva beherbergt eine einzigartige touristische Attraktion namens „Mars on Earth“. Seitdem das Gelände um den Río Tinto Fluss für Jeden geöffnet ist, machen viele Schulgruppen Ausflüge zum Mars. Für die Schulkinder ist das ein ganz besonderes Erlebnis. Einige von ihnen besuchen die Marsstation bereits zum zweiten Mal. Andere wurden von der Neugierde ihrer Klassenkameraden angesteckt.

Die neue Touristenattraktion ist Teil des europäischen Projekts Valuetur. Das allgemeine Ziel von Valuetur es das kulturelle und natürliche Erbe von Schutzgebieten in Spanien und Portugal wiederherzustellen und aufzuwerten. Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf den landschaftlichen Ähnlichkeiten mit dem roten Planeten. Ideal zum Lernen, laut Marina Santamaría, einer Lehrerin an der Virgen del Rosario Schule. Sie erklärt, dass man wirklich Lernerfolge sehen könne, wenn man beobachtet, wie die Kinder die Landschaft mit dem vergleichen, was sie im Unterricht erarbeitet haben.

Testlandschaft für Mars-Missionen

Seit mehr als zwanzig Jahren kommen unter anderem Spezialistinnen und Spezialisten der NASA und der ESA regelmäßig zum Río Tinto, um den Boden und den säurehaltigen Fluss zu untersuchen, ihre Ausrüstung zu testen und ihre Missionen zum Mars vorzubereiten. Dabei haben sie ein ganz besonderes Bakterium entdeckt.

Tweet des offiziellen Tourismus-Konto von Spanien

Aquilino Delgado Domínguez ist der Direktor des Marsmuseums. Er erklärt, dass das Besondere an dem Río Tinto ist, dass es ein Ökosystem ist, in dem extremophile Bakterien leben. Extremophile Bakterien sind Organismen, die unter extremen Umweltbedingungen leben können, weil sie sich angepasst haben. Im Falle von den Bakterien, die in dem Minengelände gefunden wurden, handelt es sich um Organismen, die Eisen und Schwefel verbrauchen, um Sauerstoff zu produzieren - anders als alle anderen bekannten Organismen auf der Erde. Wenn man also diese Bakterien habe, so Domínguez, und die Mineralien, die sie zum Überleben brauchen, dann hätte man eine Art Sauerstofffabrik, die es dem Menschen ermöglichen würde auf dem Mars zu atmen. Das würde gerade alles erforscht werden. Außerdem gibt es in dem Gebiet Minarlien, die ebenfalls auf dem Mars zu finden sind.

Das Gesamtbudget für das Projekt Valuetur beträgt über 1,2 Millionen Euro, wovon 77,9% aus der europäischen Kohäsionspolitik stammen. Im Rahmen dieses Programmes gehen 300.000 Euro an das Projekt „Mars auf der Erde“, das zu 75% von der EU subventioniert wird.

Kulinarisches Erlebnis auf dem Mars

Neben der wissenschaftlichen Komponente fördert das Projekt „Mars on Earth“ auch die Entwicklung der Wirtschaft vor Ort, indem lokale Restaurants in das nachhaltige Tourismusprojekt eingebunden werden. In dem Restaurant Casa Idolina vor Ort wird ein ganz besonderes marsianisches Menü angeboten: Río-Tinto-Wangen, Mars-Stein-Kroketten, Mars-Muscheln und ein grüner Wolken-Käsekuchen.

Der Chef und Mitbegründer des Mars-Restaurants, Antonio Alberto Estévez, erklärt, dass eine graue Flüssigkeit aus dem Kuchen raus kommt, wenn man ihn anschneidet. Sie haben versucht die Farbe zu imitieren, wenn man Kupfer verbrennt. Alles, was auf dem Teller präsentiert wird, kann von den Besucherinnen und Besuchern gegessen werden, so Estévez.

Nach ihrem Ausflug zum Río Tinto erklärt eine der Schülerinnen, was sie auf der "Marsexpedition" gelernt hat. Sie war erstaunt, dass es auf dem Mars ein Mineral namens Jarosit gibt, das auch in dem Minengelände in Huelva zu finden ist. Außerdem findet sie es besonders spannend, ob die Forschungsteams herausfinden werden, ob es auf dem Mars nun Leben gibt oder nicht.

Journalist • Katharina Sturm