Aufenthalt im Weltraum: Herausforderungen und Probleme für den menschlichen Körper

Astronautenarzt Adrianos Golemis
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Astronauten, die für eine längere Zeit im Weltraum bleiben, müssen mit enormen Herausforderungen zurechtkommen. Denn der Mensch hat sich dem Leben auf der Erde angepasst. Ein angehender Astronaut klärt auf, welche Symptome auftreten können.

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Adrianos Golemis wird bald der erste Grieche im Weltraum sein. Er bestand den Test der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) zur Astronautenauswahl. Golemis ist einer von 25 Bewerbern, die alle sechs Stufen bestehen konnten. Insgesamt nahmen an dem Test 22.500 Teilnehmer teil.

Seit 2018 arbeitet Adrianos bei der ESA als Astronautenarzt. Er kennt die Anforderungen an den Körper im Weltall und erklärt, dass unser Körper "evolutionär in beeindruckender Weise" an die Anforderungen auf der Erde angepasst sei. "Wenn wir die Erde verlassen, wo es Schwerkraft und den ganzen Schutz unseres Planeten gibt, sind wir neuen Gefahren ausgesetzt. Ein Körper, für das Leben auf der Erde gemacht ist, wird davon entfernt und leidet, zumindest für ein paar Tage. Übelkeit, Erbrechen und all diese Symptome kennen und erwarten wir."

Weltraumforschung: Vorteile für Leben auf der Erde

Astronauten, die sechs Monate oder länger im Weltraum blieben, würden in der Regel Sehprobleme entwickeln, so Adrianos. "Diese entstehen, indem sie sich drehen. Bei einigen verschwinden sie später wieder auf der Erde, manche behalten sie ein Leben lang". Das zweite Problem seien Blutgerinnsel, die in einem gesunden Körper eigentlich nicht entstehen könnten. "Doch in einer schwerelosen Umgebung und unter all diesen schwierigen Lebensbedingungen kann es dazu kommen."

Laut Adrianos bringt die Erforschung des Weltraums enorme Vorteile für das tägliche Leben auf der Erde. "Wir stellen ein Lebenserhaltungssystem für den Weltraum her, das man auch für das Leben in einem U-Boot verwenden kann. Ein Experiment, das ich auch in der Antarktis durchgeführt habe und das auch im Weltraum erprobt wurde, ist ein Materialexperiment. Sprich, welches Material ist resistenter gegen Bakterien und Viren, die nicht darauf bleiben? Wir haben das im Weltraum gemacht, weil das Immunsystem sonst nicht mehr funktioniert. Aber wenn man herausgefunden hat, welches Material das Beste ist, kann man es in Krankenhäusern einsetzen. Der Patient kann dann niemanden anzustecken."

Golemis macht Kindern Mut, ihren Traum, Astronaut zu werden, nicht zu verwerfen. Denn er habe früher gedacht, "dass der Beruf, den ich jetzt ausübe, nämlich Astronautenarzt, etwas Exotisches ist. Nichts für Griechen, nichts für mich, sondern für Genies. Doch das stimmt nicht. Mit Anstrengung, Ausdauer und natürlich einer gewissen Motivation ist es möglich."

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