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Arbeiten auf Bali und keine Steuern zahlen: Ein neues Visum für Digital Nomads macht's möglich

Digitale Nomaden brauchen für ihre Arbeit nicht viel mehr als ihren Computer. Sie können ortsungebunden leben - und müssen auf Bali auch bald keine Steuern mehr bezahlen.
Digitale Nomaden brauchen für ihre Arbeit nicht viel mehr als ihren Computer. Sie können ortsungebunden leben - und müssen auf Bali auch bald keine Steuern mehr bezahlen.   -   Copyright  Peggy Anke
Von Rebecca Ann Hughes

Indonesien hofft, mit einem neuen Visum für digitale Nomaden mehr Menschen ins Land zu locken.

Ein geplantes Visum soll Anreize für sogenannte Digital Nomads schaffen, von beliebten Reisezielen wie der Insel Bali aus zu arbeiten.

Die indonesische Tourismusminister Sandiaga Uno erklärte, der Vorschlag sei Teil einer Abkehr vom Tourismus für Sonnenhungrige hin zu einem nachhaltigeren Modell.

Was wissen wir über Indonesiens neues Visum für Digital Nomads?

Das geplante Visum für Menschen, die bei ihrer Arbeit nicht viel mehr als ihren Computer brauchen, wird für fünf Jahre gültig sein. Es wird es Fernarbeitern ermöglichen, steuerfrei im Land zu leben, solange ihr Einkommen aus Unternehmen stammt, die außerhalb Indonesiens ansässig sind.

Die Sondergenehmigung soll eine einfache Lösung für Ausländer sein, die in dem südostasiatischen Land arbeiten möchten. Ein vereinfachtes Antragsverfahren und eine größere Zahl von Flügen auf die Insel sollen Arbeitnehmer:innen mit einer "Work from anywhere"-Politik locken.

Das Fünfjahresvisum wäre im Vergleich zu anderen Ländern das längste Visum für digitale Nomaden.

Wann und wie man das Visum beantragen kann, wurde noch nicht bekannt gegeben.

Aktuelle Visa für Fernarbeiter auf Bali

Bali ist mit seinem warmen Klima und den niedrigen Lebenshaltungskosten bereits ein beliebtes Ziel für Fernarbeiter. Die derzeitigen Visabestimmungen ermöglichen jedoch keine langfristigen Aufenthalte.

Derzeit können digitale Nomaden ein befristetes Visum beantragen, um von Indonesien aus zu arbeiten. Zu den Optionen gehören das Visa on Arrival (VoA), das für 30 Tage gültig ist, das Touristenvisum, das auf insgesamt 60 Tage verlängert werden kann, oder ein Geschäftsvisum, das auf 180 Tage verlängert werden kann.

Besucher:innen, die länger bleiben, werden zu Steuerinländern und müssen die indonesischen Steuersätze auf Einkünfte aus dem Ausland zahlen.

Für das Jahr 2021 war bereits ein Visum für digitale Nomaden geplant, aber die Pläne wurden verworfen, als die Pandemie die Insel zwang, die Grenzen zu schließen und die Besucherzahl zu beschränken.

Alexandra Leistner
Viel Zeit Strand verbringen, im Hotel wohnen, günstig Leben und dazwischen die Arbeit erledigen: Viele Digital Nomads treibt es in wärmere Länder.Alexandra Leistner

Nachhaltiger Tourismus auf Bali

"In der Vergangenheit waren die drei S: sun, sea und sand (Sonne, Meer und Sand) sollen Gelassenheit (serenity), Spiritualität (spirituality) und Nachhaltigkeit (sustainability) werden. Auf diese Weise erreichen wir eine bessere Qualität und eine bessere Auswirkung auf die lokale Wirtschaft", so Minister Uno gegenüber Bloomberg.

Das Land hoffe, dass im nächsten Jahr 3,6 Millionen Reisende aus Übersee wieder ins Land reisen. Das Visum für digitale Nomaden und die stärkere Betonung von Ökotourismus und speziellen Retreats zielen darauf ab, Reisende zu gewinnen, die mehr Geld ausgeben und länger bleiben.

Im November diesen Jahres wird auf der kleinen hinduistischen Insel der G20-Gipfel abgehalten. Die Tourismusbranche hofft ebenfalls von dieser Aufmerksamkeit zu profitieren. Bis zu 1,5 Mio. Besucher:innen erhofft sich Minister Uno.

Alexandra Leistner
Bali ist als Surfparadies bekannt: Das Leben auf der hinduistisch geprägten Insel ist im Vergleich zu Europa oder Amerika günstig.Alexandra Leistner