Ai Weiwei in Wien: Europa ist "scheinheilig"

Ai Weiwei in Wien: Europa ist "scheinheilig"

Ai-Weiwei-Retrospektive in Wien: Das Museum Albertina Modern zeigt ab dem heutigen Mittwoch eine umfassende Werkschau des im portugiesischen Exil lebenden chinesischen Künstlers. In vielen seiner Werke geht es um das Thema Flucht und Verfolgung, das angesichs des Ukraine-Krieges aktueller ist denn je.

Ai-Weiwei-Retrospektive in Wien: Das Museum Albertina Modern zeigt ab dem heutigen Mittwoch eine umfassende Werkschau des im portugiesischen Exil lebenden chinesischen Künstlers. In vielen seiner Werke geht es um das Thema Flucht und Verfolgung, das angesichs des Ukraine-Krieges aktueller ist denn je.

Die westliche Reaktion auf die russische Invasion sei geprägt von Heuchelei, so Ai Weiwei: " 'Scheinheilig' ist noch eine sehr milde Bezeichnung dafür, wie Europa sich verhält", sagte Ai über den Unterschied zwischen der restriktiven Migrationspolitik nach 2015 und der aktuellen Aufnahmebereitschaft für Menschen aus der Ukraine. "Wir haben kein klares moralisches oder philosophisches Urteilsvermögen mehr, sondern ein großes Durcheinander", sagte der 64-jährige. Es ist laut Ai die bislang umfassendste Schau über sein Werk, in dem er sich nach 2015 auch intensiv mit Fluchtbewegungen nach Europa auseinandergesetzt hat.

Die russische Invasion zeige auch, auf welchem wackligen Boden die Demokratie stehe, so der Chinese. Er fürchte sich um "unser sogenanntes friedliches Leben seit dem Zweiten Weltkrieg".