Vor dem Marsch zu Ehren von Quentin Deranque hatte Präsident Emmanuel Macron zur Ruhe aufgerufen. Der 23-jährige rechtsextreme Student war in Lyon gewaltsam ums Leben gekommen. "Die Linke tötet" war einer der Slogans bei der Demo.
An diesem Samstag haben etwa 3.200 Menschen an einem Gedenkmarsch für Quentin Deranque in Lyon teilgenommen, der von extrem rechten Gruppen organisiert wurde.
Der Marsch fand im 7. Arrondissement von Lyon statt - dort, wo der junge rechtsextreme Aktivist so schwer geschlagen worden war, dass er im Krankenhaus verstarb.
Sieben Personen wurden wegen der Gewalttat verhaftet. Unter den Festgenommenen im Fall Quentin Deranque ist ein Assistent eines Abgeordneten der linken Partei "La France insoumise" (LFI).
Hitlergrüße und rechtsextreme Parolen
Bei dem Gedenkmarsch wurden Hitlergrüße gezeigt und in Frankreich oft von Rechtsextremen verwendete Parolen wie "Wir sind hier zu Hause" und "Antifa tötet" skandiert. Auch identitäre Aktivisten aus dem Ausland - wie aus Italien - machten bei der Demonstration mit.
Am Ende des Gedenkmarsches wurden Fackeln entzündet. Auf einer Banderole stand "Adieu, camarade!"
Journalisten und Journalistinnen wurden vom Sicherheitsdienst der Demonstration ferngehalten. Dabei waren zahlreiche Reporter, auch von ausländischen Medien, vor Ort.
Die Präfektur hat angekündigt, dass wegen der Hitlergrüße und rassistischer Parolen Ermittmlungen eingeleitet wurden.
Gedenkmarsch von ultrarechter Aktivistin organisiert
Laut Präfektur kamen 3.200 zu der Veranstaltung, 3.500 laut der Organisatorin der Veranstaltung, der Anti-Abtreibungsaktivistin, die der Lyoner Ultrarechten Aliette Espieux nahesteht. Auch Aktivistinnen des identitären Kollektivs Némésis nahmen an dem Demonstrationszug teil.
Berichten zufolge hatte Quention Deranque vor seinem Tod die Aktivistinnen von Némésis verteidigt, die gegen eine Rede der linken Europaabgeordneten Rima Hassan protestierten. An diesem Samstag trugen die jungen Frauen weiße Tulpen in Gedenken an den Studenten.
Nach Angaben der Präfektur wurde eine Person bei dem Marsch festgenommen, weil sie ein Messer und einen Hammer bei sich trug.
Der Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National, Jordan Bardella, hatte angekündigt, dass sich seine Partei nicht an dem Gedenkmarsch beteiligen werde.
Die Bürgermeisterin des VII. Arrondissements, Fanny Dubot, erklärte Euronews, dass die Sicherheitsvorkehrungen an potenziell bedrohten Orten, wie einer LGBTQ-Bar oder einer Moschee, verstärkt worden seien.
Fotos von Quentin Deranque sorgen für Polemik
An einem Gebäude der Regionalverwaltung in Lyon waren Fotos von Quentin Deranque angebracht worden.
In den sozialen Medien kritisierten zahlreiche Nutzer und Nutzerinnen das Foto an einem öffentlichen Gebäude und bezeichneten es als "Schande".
Präsident Emmanuel Macron hatte im Vorfeld der Demonstration zur Ruhe aufgerufen. Er kündigte an, dass die Regierung Beratungen abhalten werde, um "gewalttätige Aktionsgruppen", die seiner Meinung nach mit politischen Parteien in Verbindung stehen, zu untersuchen.