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Eilmeldung

Fusion Thyssenkrupp/Tata Steel endgültig abgeblasen - 6.000 Jobs im Feuer

Fusion Thyssenkrupp/Tata Steel endgültig abgeblasen - 6.000 Jobs im Feuer
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Die Wettbewerbshüter der EU sind gegen eine Fusion zwischen dem deutschen Industriekonzern Thyssenkrupp und dem indischen Konkurrenten Tata Steel. Sie haben ihr „Nein“ zur mit der Gefahr steigender Stahlpreise begründet.

Man untersage den Zusammenschluss, «um ernsthaften Schaden von
europäischen Industriekunden und Verbrauchern abzuwenden», sagte
EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Stahl sei ein wichtiger Ausgangsstoff für Waren wie Lebensmittelkonserven und Autos. Millionen Menschen

in Europa arbeiteten in den einschlägigen Sektoren und die dort tätigen Unternehmen seien auf wettbewerbsfähige Stahlpreise angewiesen, um
ihre Erzeugnisse weltweit absetzen zu können.

"Unsere Untersuchungen zeigen, dass der Zusammenschluss zu höheren Preisen für Stahlprodukte geführt hätte, die als Ausgangsmaterial für die Verpackungsindustrie und die Automobilhersteller verwendet werden."

GEGENWIND

Thyssenkrupp hatte die Stahlfusion mit Tata bereits im Mai nach Gegenwind aus der EU-Kommission gestoppt. Durch den Zusammenschluss wäre Europas zweitgrößter Stahlkonzern mit rund 48.000 Mitarbeitern und Werken in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden entstanden. Thyssenkrupp wollte damit die Abhängigkeit vom
schwankenden Stahlgeschäft verringern, das unter Überkapazitäten und
dem Wettbewerbsdruck aus Asien leidet. Mit den Fusionsplänen blies die Konzernspitze im Mai auch die geplante Aufspaltung in zwei eigenständige
Aktiengesellschaften ab.

Weitreichende Umbaubaupläne sehen nun aber den Abbau von 6.000 Stellen vor. Um Geld in die leeren Kassen zu bekommen, soll die profitable Aufzugssparte des Konzerns teilweise an die Börse gebracht werden. Nach dem neuen Konzept für Thyssenkrupp mit rund 160.000 Mitarbeitern soll die Konzernzentrale in eine schlanke Dachgesellschaft umgewandelt werden. Die einzelnen Sparten des Firmengeflechts aus Stahl, Autoteilen, Fabrikbau, Werften und
Aufzügen sollen mehr Eigenständigkeit erhalten. Gleichzeitig will UnternehmenschefGuido Kerkhoff die jährlichen Verwaltungskosten von derzeit 380 Millionen Euro auf unter 200 Millionen Euro in etwa halbieren.

RIESIGE ÜBERKAPAZITÄTEN

Auf der Angebotsseite setzen der Branche riesige Mengen an Stahl zu, die zurzeit besonders den europäischen Markt überfluten, etwa aus der Türkei. China trägt als mit Abstand weltgrösster Produzent von Stahl entscheidend zu globalen Überkapazitäten bei. Die Branchenorganisation Eurofer schätzte die weltweite Überkapazität 2018 auf nicht weniger als 550 Millionen Tonnen – von 1.690 Millionen Tonnen Rohstahlproduktion (2017, worldsteel). ArcelorMittal hat mit Verweis auf die schwache Nachfrage in Europa sowie die hohen Importe aus anderen Weltregionen Produktionskürzungen an europäischen Standorten angekündigt. Die Stahlgruppe British Steel hat Insolvenz angemeldet. Der Stahlsektor beschäftigt in der gesamten EU noch 330.000 Mitarbeiter.

su