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Wahl in Griechenland: Kyriakos Mitsotakis

Wahl in Griechenland: Kyriakos Mitsotakis
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Am 7. Juli finden in Griechenland Parlamentswahlen statt. Kyriakos Mitsotakis von der liberal-konservativen Nea Dimokratia liegt in den Umfragen vorn.

Der junge Kyriakos Mitsotakis mit seinem Vater, dem Ministerpräsidenten Konstantinos Mitsotakis

Kyriakos Mitsotakis stammt aus einer der drei großen Politikerfamilien Griechenlands, die über mehrere Generationen die griechische Politik in weiten Teilen bestimmt haben. Er ist der Sohn des ehemaligen Ministerpräsidenten Konstantinos Mitsotakis, seine Schwester war bis Oberbürgermeitserin von Athen und bis 2009 Außenministerin. Der 51-Jährige war in Harvard und Stanford, hat in Unternehmensberatungen und Banken Karriere gemacht.

"Kyriakos Mitsotakis, der Vorsitzende der Nea Dimokratia, ist ein sehr erfahrener Politiker und stammt aus einer Politikerfamilie, das heißt, er politische Tradition. Die Leute glauben, dass Mitsotakis sowohl über Erfahrung als auch Wissen verfügt, weil er früher für griechische Banken gearbeitet hat. Sie glauben, dass ihn sein technokratisches Profil in Verbindung mit seiner Erfahrung zu einem guten Ministerpräsidenten machen kann", beschreibt ihn die Politikanalystin Maria Karaklioumi.

2004 kandidiert Mitsotakis das erste Mal um einen Sitz im griechischen Parlament, ihm gelingt auf Anhieb der Einzug. Er gilt als moderater Vertreter der liberalen Politik. Als erstes gibt er seinen großen Dienstwagen ab. Wer reich sei, könne leicht auf Privilegien verzichten, spotten seine politischen Gegener.

Mitsotakis haftet das Etikett des Elitezöglings an. Die Lebenswege von Mitsotakis und seinem aus der Mittelschicht stammenden Rivalen Alexis Tsipras könnten kaum unterschiedlicher sein.

Von 2013 bis 2015 ist er Minister für die Verwaltungsreform unter dem rechten Premierminister Antonis Samaras. In dieser Position ist er verantwortlich für die Entlassung tausender Beamter und zieht viel Kritik auf sich - nicht nur von seinen politischen Gegnern.

Politikanalyst Andreas Drimiotis sagt: "Ich denke, dass sein Familienname eher ein Nachteil ist. Weil die Leute denken, dass er nur zum Parteichef gewählt wurde, weil er ein Mitsotakis ist. Aber das stimmt nicht. Er hatte einen wirklich schwierigen Wahlkampf." Einen schwiergigen Wahlkampf, in dem Mitsotakis die Politik Tsipras scharf angreift, um Stimmen im Mitte-Rechts-Lager zurückzugewinnen. Das scheint aufzugehen: Bei den Europawahlen im Mai wird die Nea Dimokratia stärkste Kraft. Und Tsipras bleibt nichts anderes übrig, als vorgezogene Wahlen auszurufen.

Bis zu den Europawahlen war Kyriakos Mitsotakis in seiner Kritik an Syriza und Alexis Tsipras besonders hart. Für seinen nationalen Wahlkampf wählte er allerdings ein breiteres Profil, um Stimmen aus dem gesamten politischen Spektrum zu holen und eine Mehrheitsregierung bilden zu können, das ist sein oberstes Ziel.