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Trump feiert "Waffenruhe", Reporter sprechen von Kämpfen

Trump feiert "Waffenruhe", Reporter sprechen von Kämpfen
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120 Stunden, also fünf Tage lang sollen die Waffen in Nordsyrien schweigen. Darauf haben sich die USA und die Türkei gestern bei Gesprächen in Ankara geeinigt. Ein Hoffnungsschimmer für Zehntausende Menschen, die sich auf der Flucht befinden.

Ein syrischer Kurde, der vor der türkischen Militäroffensive in den Irak geflohen ist, sagt: "Ich bin sehr froh über die Waffenruhe. Ich hoffe, dass wir alle bald nach Hause zurückkehren können. Wir werden das aber erst tun, wenn die Lage in Syrien wieder sicher ist."

Trump feiert "großartiges Ergebnis"

Auch Donald Trump wirkte erleichtert. Für seine Entscheidung, US-Militär aus Syrien abzuziehen und damit den Weg für die Türkei freizumachen, war er zuletzt international heftig kritisiert worden.

"Das ist ein großartiges Ergebnis", so der US-Präsident. "Ganz egal was die Medien berichten, um es kleinzureden. Das ist ein Ergebnis, das andere zehn Jahre lang nicht zustandegebracht haben. Millionen von Menschenleben werden gerettet. Mit einer Mischung aus Härte und Liebe gegenüber der Türkei haben wir es geschafft."

Etwas weniger euphorisch aber durchaus zufrieden zeigte sich Trumps Vize Mike Pence, der den Deal gemeinsam mit US-Außenminister Mike Pompeo in Ankara ausgehandelt hat: "Mit Inkrafttreten des Waffenstillstands verpflichten sich die USA, keine weiteren Sanktionen gegen die Türkei zu verhängen. Und sobald eine dauerhafte Waffenruhe herrscht, hat sich der US-Präsident bereiterklärt, die Wirtschaftssanktionen, die vergangenen Montag verhängt wurden, ganz aufzuheben."

Türkei: "Das ist nur eine Pause"

Pence spricht also von einer "Waffenruhe", der türkische Chefdiplomat Mevlut Cavusoglu verneint das: "Wir machen lediglich eine Pause, das ist kein Waffenstillstand. Wir unterbrechen die Operation nur, um den Terroristengruppen, die die Ziele der Operation sind, den Rückzug aus der Sicherheitszone zu ermöglichen."

Gemeint sind die Kämpfer der kurdischen YPG, die bis vor Kurzem noch mit den USA verbündet waren. Die Milizen verkündeten zwar, sich an die Kampfpause zu halten, doch offenbar gibt es Unstimmigkeiten über deren Geltungsbereich und die Größe der von der Türkei geforderten Sicherheitszone. Reporter mehrerer Nachrichtenagenturen berichten, dass der Waffenstillstand bereits gebrochen worden ist.

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