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Zypern: 45 Jahre Teilung

"Nikosia: Die letzte geteilte Hauptstadt"
"Nikosia: Die letzte geteilte Hauptstadt"
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Der zyprische Präsident Nicos Anastasiades und der Präsident der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern treffen sich am Montag in Berlin mit UN-Generalsekretär Antonio Guterres zu informellen Gesprächen über den Zypern-Konflikt. Die Insel ist seit 45 Jahren geteilt. Was ist seit dem passiert?

Sommer 1974: Türkische Militäroffensive schafft Fakten

Am Morgen des 20. Juli 1974 heulen die Sirenen über Zypern: Mit der Operation Attila will die Türkei gegen den Anschluss der Mittelmeerinsel an Griechenland vorgehen. Sie erobert in zwei Etappen fast 40 Prozent Nordzyperns. In den Wochen zuvor hatte die griechische Militärdiktatur in Nikosia die Kontrolle übernommen.

Ankara beruft sich bei der Invasion auf die internationalen Verträge, die den drei Garantiemächten Großbritannien, Türkei und Griechenland das Recht einräumen, einzugreifen, falls die Einheit der unabhängigen Republik Zypern angegriffen wird. De facto teilt die Invasion die Insel aber. Etwa 170.000 griechische ZyprerInnen fliehen aus dem Nordteil.

Türkei in Zypern-Frage isoliert

Im November 1983 ruft die türkisch-zypriotische Führung die Türkische Republik Nordzypern aus, die bis heute nur von der Türkei anerkannt wird. Die Vereinten Nationen betrachten die türkischen Gebiete als besetzt.

Trotz der Teilung gibt es Bemühungen über einen Beitritt der Insel zur EU. Eigentlich ist die Beilegung des Konflikts Voraussetzung für die Aufnahme, doch dazu kommt es trotz intensiver Bemühungen des damaligen UN-Generalsekretärs Kofi Annan nicht. Sein Plan sieht vor, Zypern zu einer Konförderation aus zwei Teilstaaten zu machen, scheitert aber an der Ablehnung der griechisch-zypriotischen Bevölkerung. Diese spricht sich 2004 in einem Referendum mehrheitlich gegen die Wiedervereinigung aus. Zypern wird trotzdem Mitglied der EU.

Erdgasvorkommen: Zankapfel und Chance

Immer wieder werden Gespräche unter UN-Vermittlung geführt. Gestritten wird unter anderem über die türkische Militärpräsenz auf der Insel und die Rückkehr der griechischen ZyprerInnen in den Norden. Aktuell sorgen vor allem die türkischen Erkundungsbohrungen in den Gewässern um Zypern für Streit - doch die Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer gelten auch als Chance, da die Ausbeutung bei einer Wiedervereinigung geregelt ablaufen könnte.

Trotzdem bleibt eine Lösung des Konflikts schwierig. So kamen der zypriotische Präsident Nikos Anastasiades und der türkisch-zypriotische Anführer Mustafa Akinci im August in der Pufferzone der geteilten Hauptstadt Nikosia zusammen. Auf die Wiederaufnahme offizieller Friedensgespräche konnten sie sich nicht einigen.

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