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Iraks junge Generation protestiert unermüdlich

Iraks junge Generation protestiert unermüdlich
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AP - Nasser Nasser
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Auf den ersten Blick scheinen irakische Männer bei den aktuellen Protesten in der Mehrheit. Doch unter sie haben sich viele Frauen gemischt. Was sie vereint ist die Wut auf die Regierung. Die Studenten werfen Bagdad Handlungsunfähigkeit vor. Wie in Basra, im Süden Iraks, grassiert im ganzen Land eine hohe Arbeitslosigkeit.

"Das irakische Volk und die Bevölkerung von Basra lehnen jede Einmischung von iranischen Parteien ab, die sich weigern, einen Premierminister zu benennen, der an den Protesten teilnimmt und Zeuge des Leidens der Bürger ist.
Student bei Protesten in Basra

Aber nicht nur die wirtschaftlich angespannte Lage beunruhigt die junge irakische Generation. Sie wirft der politischen Elite Korruption und Misswirtschaft vor.

Hunderte Tote bei Protesten seit Oktober

Fast 500 Menschen sollen bei den regierungskritischen Protesten seit Anfang Oktober getötet worden sein – das vermeldet die halbautonome irakische Menschenrechtskommission. Darunter sind auch 38 Aktivisten, die gezielt Opfer von Attacken waren. Rund 20000 Menschen sollen Verletzungen bei den Protesten davon getragen haben.

Demonstranten lehnen alle Kandidaten für Amt des Ministerpräsidenten ab

Der Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Adel Mahdi Ende November konnte die Demonstranten nicht besänftigen. Sie fordern den Austausch der gesamten Eliten und eine Reform des politischen Systems.

Menschenrechtsorganisationen kritisieren Regierung Iraks

Kaum ein Land so korrupt wie der Irak

Transparency International stuft das Land als äußerst korrupt ein. In einem weltweiten Ranking belegt der Irak unter 180 Ländern nur Platz 168. Die Korruption sei, so Experten von Freedom House auch ein Hauptgrund für die schlechte Regierungsfähigkeit Bagdads. Sicherheitsmängel insbesondere in von Kurden dominierten Gebieten verhindern, dass die Regierung Gesetze konkret umsetzen kann. Auch nach dem Rückzug der Terrormiliz IS ist die Gefahr vor terroristischen Anschlägen nicht gebannt. Die letzten Wahlen, die zumindest grundsätzlich friedlich verliefen, können nicht über massive Verletzungen von Bürgerrechten hinwegtäuschen.

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