Eilmeldung
This content is not available in your region

Neues Ziel der Proteste: Einkaufszentren in Hongkong

euronews_icons_loading
Neues Ziel der Proteste: Einkaufszentren in Hongkong
Copyright  AFP
Schriftgrösse Aa Aa

Von der Straße ins Konsumzentrum: Die Proteste der Demokratiebewegung in Hongkong verlagern sich seit Tagen in Shoppingmalls. Die Aktionen richten sich gegen chinesische Händler, in der Nähe des Festlandes.

Am Samstag haben rund 100 Demonstranten ein großes Einkaufszentrum in der chinesischen Sonderverwaltungszone gestürmt. Viele waren maskiert. Ihre Rufe "Befreit Hongkong und kehrt auf das Festland zurück" golten der chinesischen Händler, die hier gute Geschäfte machen.

Polizei tarnt sich und interveniert dann

Die Gegenreaktion ließ nicht lange auf sich warten: Polizisten in Zivilkleidung schlugen mit Schlagstöcken auf Protestierende. Mehrere Menschen wurden festgenommen. Zunächst beobachtende Passanten blockierten Gänge im Einkaufszentrum.

Bereits über die Weihnachtstage war es zu Ausschreitungen gekommen, bei denen rund 100 Menschen in Gewahrsam genommen wurden. Die Demonstranten hätten Weihnachten "ruiniert", sagte daraufhin Regierungschefin Carrie Lam.

Bei den Ausschreitungen sind mindestens 15 Menschen festgenommen worden

Ausschreitungen nehmen wieder zu

Seit Juni beklagt die Demokratiebewegung, dass der autonome Status der chinesischen Sonderverwaltungszone in Gefahr sei. Der Zorn der Demonstranten richtet sich insbesondere gegen die Regierungschefin Carrie Lam. Ihr wird ein zu chinafreundlicher Kurs vorgeworfen. Lam hatte nach heftigen Protesten ein geplantes Auslieferungsgesetz, das Peking mehr politische Einflussnahme ermöglicht hätte, auf Eis legen müssen.

Seit dem Sieg der Demokratiebewegung bei der Kommunalwahl Ende November hatte sich die Lage in Hongkong zunächst einige Woche beruhigt. Nun verschärfen sich die gewaltsamen Ausschreitungen seit einigen Tagen wieder.

China drängt auf mehr Kontrolle über Hongkong

China möchte unterdessen den Konflikt, Agenturmeldungen zufolge, nun auch wirtschaftlich beruhigen: Staatsfirmen sollen in wichtige Branchen wie in den Immobiliensektor und in den Tourismus investieren. Das sei bei einem Manager-Treffen in Shenzen kommuniziert worden.

Die Proteste der Demokratiebewegung sollen weitergehen. Für den Neujahrstag ist eine große Demonstration angekündigt.