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"Antisemitismus ist vor allem muslimisch": Amthor (CDU) missverstanden?

Philipp Amthor am 26.06.17 in Berlin im Deutschen Bundestag.
Philipp Amthor am 26.06.17 in Berlin im Deutschen Bundestag.   -   Copyright  Tobias Koch   -   Tobias Koch
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Der CDU-Politiker Philipp Amthor hat die heftigen Kritik an einer von ihm am frühen Morgen im TV-Interview gemachten Aussage zu Antisemitismus in Deutschland zurückgewiesen. Der 27-Jährige aus Ueckermünde (Mecklenburg-Vorpommern) war anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung von Auschwitz im "ntv Frühstart" zu Besuch. Bei seinem Auftritt sagte er unter anderem, dass Antisemitismus vor häufig in "muslimisch geprägten Kulturkreisen" anzutreffen sei.

In sozialen Netzwerken löste der Bundestagsabgeordnete damit eine Welle der Kritik aus. Doch Amthor meldete sich einige Stunden später zu Wort, seine Aussage sei aus dem Kontext genommen worden, er fühle sich missverstanden.

Er habe auf die Frage geantwortet, was sich in den letzten Jahren verändert hat, so Amthor gegenüber der dpa. Für ihn sei aber dennoch "völlig klar, dass die größte Gefahr im Bereich des Antisemitismus natürlich von Rechtsextremisten ausgeht". Das belege auch die polizeiliche Statistik.

Viele Kritiker warfen Amthor vor, Wahlkampf zu betreiben und mit seiner umstrittenen Aussage Wähler der AfD erreichen zu wollen. Besonders vor dem Hintergrund des Tags der Erinnerung an das Geschehen im Holocaust wurden Amthors Worte verurteilt.

SPD-Politikerin Sawsan Chebli warf Amthor "AfD-Sprech" vor:

Der Grünen-Politiker Sven Lehmann warf Amthor "Gesichtsvergessenheit" vor.

Die AfD schreibt in Bezug auf Amthors Aussagen: "Was wir schon wussten, erkennt jetzt auch langsam die CDU. Antisemitismus ist vor allem MUSLIMISCH".

Amthor sollte wieder zurück in die Schule, schlägt der LINKEN-Politiker Bernd Riexinger fest.

Auch im Kontext gesehen empfinden einige die Aussagen Amthors als inakzeptabel.

Der Redakteur Jens Clasen antwortete mit den aktuellen Zahlen zu Antisemitismus in Deutschland.