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Neue Infektionskrankheit bei Kindern: Zusammenhang mit Coronavirus?

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Symbolbild   -   Copyright  William Fernando Martinez/AP
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In mehreren europäischen Ländern sind in den vergangenen Wochen ungewöhnlich viele Kinder mit schweren Entzündungskrankheiten auf der Intensivstation gelandet. In Großbritannien kam es laut der Nationalen Gesundheitsbehörde NHS zu zehn bis 20 solcher Fälle.

Bauchschmerzen, Fieber und Herzprobleme

Die Symptome der Kinder ähneln denen des Kawasaki-Syndroms – mit hohem Fieber, niedrigem Blutdruck, Bauchschmerzen, Atem- und teils auch Herzproblemen. Ein Zusammenhang mit dem Coronavirus kann derzeit weder bestätigt noch ausgeschlossen werden.

Das Fachblatt "Health Service Journal" berichtete über eine Warnung des NHS. Demnach "besteht die wachsende Besorgnis, dass ein (mit Covid-19) verwandtes Syndrom bei Kindern in Großbritannien auftritt oder dass ein anderer, noch nicht identifizierter, infektiöser Erreger mit diesen Fällen in Verbindung gebracht werden könnte."

Dr. Russell Viner vom "Royal College of Paediatrics and Child Health" betont: "Es ist erst einmal wichtig zu sagen, dass Kinder nur sehr gering vom Coronavirus betroffen sind." Ein Blick auf alle Länder dieser Welt zeige, dass sie Covid-19 in der Regel gar nicht oder nur mit sehr milden Symptomen bekämen. "Dass Kinder sehr krank werden, ist sehr selten."

Bei einigen der kranken Kinder in Großbritannien wurde das Coronavirus nachgewiesen, bei anderen nicht. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock zeigte sich "sehr besorgt".

35 Fälle in Frankreich

Ähnliche Fälle wurden auch aus Frankreich, Spanien und Italien gemeldet. Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran betonte, man nehme die Situation "sehr ernst".

In Paris seien etwa 15 Kinder aller Altersgruppen mit den genannten Symptomen in Behandlung. Zu Komplikationen komme es aber selten, kein Kind sei bislang an der neuen Infektionskrankheit gestorben.

In ganz Frankreich sind laut Damien Bonnet, Kardiologe am Pariser Kinder-Krankenhaus "Hôpital Necker", rund 35 Kinder betroffen. Auch er mahnt im Interview mit dem Radiosender "Europe 1", noch sei keine direkte Verbindung zu Covid-19 auszumachen. Sorgen mache den Ärzten die Situation aber durchaus.

WHO geht Warnungen nach

Alle vier Länder – Großbritannien, Spanien, Italien und Frankreich – gehören zu den am stärksten vom Coronavirus betroffenen Ländern in Europa. Die WHO will die Warnungen der Ärzte überprüfen.