Eilmeldung
This content is not available in your region

WHO-Jahresversammlung: Auftakt von Kritik überschattet

euronews_icons_loading
WHO-Jahresversammlung: Auftakt von Kritik überschattet
Copyright  Jean-Christophe Bott/AP
Schriftgrösse Aa Aa

Inmitten der Corona-Krise hat die Jahresversammlung der WHO begonnen - der Auftakt wurde vom Streit zwischen den USA und China und der Kritik am Umgang der Organisation mit der Pandemie überschattet. Dabei appellierten viele Teilnehmer der virtuellen Konferenz daran, sich zunächst um die Bewältigung der Krise zu kümmern.

Die USA werfen China vor, den Ausbruch des Virus vertuscht zu haben. Peking versprach zu Beginn der Konferenz zwei Milliarden Dollar zur Bewältigung der Pandemie und zeigte sich offen für eine spätere Untersuchung. Staatschef Xi Jinping: "China unterstützt die Idee einer umfassenden Überprüfung der weltweiten Reaktion auf Covid-19, nachdem es unter Kontrolle gebracht wurde, um die Erfahrungen zu beurteilen und Fehler zu verstehen. Dies sollte auf Basis einer wissenschaftlichen und professionellen Haltung unter Führung der WHO und auf eine objektive und unparteiische Art und Weise geschehen."

WHO-Chef kritisiert zu schnelle Lockerungen

Der WHO wird nicht nur von den USA vorgeworfen, zu Beginn der Pandemie zu zögerlich reagiert zu haben. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation Tedros Adhanom Ghebreyesus verteidigte das Vorgehen, man habe bereits am 30. Januar den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Er versprach eine unabhängige Untersuchung zum frühesten passenden Zeitpunkt. Zudem warnte er, die Pandemie sei noch lange nicht vorbei. Tedros: "Weil wir wollen, dass sich die Welt so schnell wie möglich erholt, fordern wir die Staaten dazu auf, vorsichtig zu handeln. Länder, die zu schnell handeln, ohne dafür zu sorgen, dass Ansteckungen nachverfolgt und verhindert werden können, setzen ihre Erholung aufs Spiel."

In Europa lockern viele Länder angesichts sinkender Fallzahlen schrittweise die Corona-Maßnahmen. Der WHO-Europa-Chef warnte in der britischen Zeitung "The Telegraph" aber bereits vor einer zweiten Infektionswelle, zu der auch saisonale Krankheiten wie Grippe kommen könnten. Die Länder sollten die Zeit nutzen, um die Kapazitäten in Krankenhäusern auszubauen.