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"Schande für Europa" - Protest gegen neues Kohlekraftwerk Datteln 4

Protest gegen umstrittenes Kohlekraftwerk Datteln 4
Protest gegen umstrittenes Kohlekraftwerk Datteln 4   -   Copyright  Kay Nietfeld/(c) Copyright 2020, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Trotz beschlossenen Kohleausstiegs in Deutschland hat an diesem Samstag das umstrittene Steinkohlekraftwerk Datteln 4 in Nordrhein-Westfalen seinen kommerziellen Betrieb aufgenommen. Zahlreiche Organisationen wie Greenpeace, "Fridays for Future" und "Ende Gelände" protestieren gegen das Kraftwerk des finnischen Unternehmens Unilever. AktivistInnen von "Ende Gelände" blockierten zeitweise den Kanal vor Datteln 4 (Video siehe unten).

Tatsächlich hatte selbst Auftraggeber RWE versucht, aus dem Projekt - das eigentlich schon 2010 hätte in Betrieb gehen sollen, sich aber u.a; wegen Baumängeln immer weiter verzögert hatte -, auszusteigen. Letztlich erklärte die Landesregierung von NRW, die Kohlendioxid-Emissionen von Datteln 4 würden dadurch ausgeglichen, dass im Gegenzug ältere Steinkohlekraftwerke abgeschaltet werden.

Viele überzeugt dieses Argument aber nicht. Laut einer Umfrage für den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) halten 63 Prozent der Befragten die Betriebsaufnahme von Datteln 4 für falsch.

"Die Inbetriebnahme eines neuen Kohlekraftwerks verdeutlicht das energiepolitische Versagen der schwarz-roten Bundesregierung in den vergangenen eineinhalb Jahren", sagte die Co-Parteivorsitzende der Grünen Annalena Baerbock in der"Rheinischen Post".

Beim Protest hatte die Polizei Medienvertreter aufgefordert, sich als Journalisten zu erkennen zu geben. Klimaaktivistin Luisa Neubauer von "Fridays for Future" sprach auf einer Pressekonferenz vor Ort von "einem Tag klimapolitischer Inkompetenz" der deutschen Regierung.

"Tag der Schande für Europa"

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg schrieb auf Twitter vom "Tag der Schande für Europa". "Welches Zeichen senden wir an den Rest der Welt?", fragt sie.

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