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"Nix wie noch schnell raus": Stau-Rekord in Paris und anderen Metropolen

Pariser Umgehungsstraße, auf der Höhe der Porte Maillot, 29.10.2020
Pariser Umgehungsstraße, auf der Höhe der Porte Maillot, 29.10.2020   -   Copyright  AFP
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Die Autos stehen dicht gerängt, Stoßstange an Stoßstange. In der Region Paris konnte am Vorabend des zweiten Shutdowns ein selten hohes Verkehrsaufkommen beobachtet werden, selbst für französische Verhältnisse. Insgesamt wurden in der Region Ile-de-France mehr als 700 Kilometer Stau verzeichnet. Die Autofahrer in der Pariser Region sprengten praktisch die bisherigen Rekorde, nur wenige Stunden vor dem Inkrafttreten der neuen Beschränkungen, die seit Mitternacht in ganz Frankreich gelten.

Viele Menschen aus der Region Paris eilte nocheinmal zu den Einkaufszentren. Für andere waren diese letzten Stunden der Freiheit gleichbedeutend mit einer Flucht aus der Enge der Pariser Wohnungen, ein letztes Mal frische Luft schnappen.

Auch tagsüber war auch der Andrang in der Pariser Hauptstadt viel größer als sonst. Szenen, die an die Zeit vor Weihnachten erinnerten. Friseursalons und Supermarktregale wurden im Sturm erobert, ebenso wie die Außenterassen, wo man ein -vermutlich letztes Mal - mit Freunden auf einen Wein absacken konnte.

Noch vor der schicksalhaften Stunde um 21 Uhr - sie markiert den Beginn der nächtlichen Ausgangssperre - fanden sich die Pariser in überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln wieder.

Ähnliches wurde auch in anderen französischen Metropolen beobachtet. Rekorde wurden zum Beispiel auch in Lyon gebrochen. Auch in Nantes und Bordeaux kam es am frühen Abend zu schweren Staus.

Euronews/Vincent Coste
Stau vor dem Eingang des Fourvière-Tunnels in Lyon, 29.10.2020Euronews/Vincent Coste

Demonstrationen gegen den Lockdown #2

Zeitgleich gab es in einigen französischen Städten wie Toulouse oder Paris, auch Demonstrationen gegen das neuerliche "Confinement". In Paris versammelten sich rund 200 Personen um den Place de la République herum.

"Wir sind gegen die Ausgangssperre und den Lockdown, die der Präsident trotz gesundem Menschenverstand und jeglicher epidemischen Realität ausgerufen hat", erklärte ein Demonstrant.

"Wir haben die Ausgangssperre tatsächlich satt. Wir verstehen, dass es wegen der Krankheit ist... Aber wir dürfen es nicht übertreiben", gab eine Frau zu bedenken.

Einige der Demonstranten begannen zu randalieren. Die Polizei setzte Tränengass ein. Gegen 21.00 Uhr, dem Beginn der Ausgangssperre, gingen die Demonstranten langsam auseinander.