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Speditionen verzweifelt: Staus und "keine Ahnung" am Ärmelkanal

Von su mit AFP
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Speditionen verzweifelt: Staus und "keine Ahnung" am Ärmelkanal
Copyright  Pawel Kuczynski/AP
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Zwei Wochen noch und die Uhr tickt: Mit dem 31. Dezember endet die "Brexit"-Übergangszeit, in der die EU-Vorschriften weiter gelten, während beide Seiten die Bedingungen für ihre neuen Beziehungen ausarbeiten. "Brexit" – bis jetzt ohne Deal – UND Corona – da stehen einige britische Unternehmen am Rande des Zusammenbruchs.

Terry Goodwin, Geschäftsführer der Spedition "Conference Haul", Chobham:

„Wir wissen immer noch nicht, welche Auswirkungen ein No Deal (Brexit) hat. Welche Unterlagen wir benötigen oder was die Zollabfertigung, mit Passierscheinen, betrifft – keine Ahnung.”

Aus dieser Unsicherheit sind auf beiden Seiten der Grenze Lager entstanden, besonders mit Nachschub für Industrie- und Lebensmittelproduktion.

Dies verursachte unweigerlich lange Staus in der Gegend um den Kanalhafen von Dover, LKWs schlichen kilometerweit im Schritttempo dahin.

John Chaplin, Transport-Manager der Spedition "Conference Haul", Chobham:

“Genau besehen, ist der Unterschied riesig: wenn wir einen Deal bekommen, kann hoffentlich ein Großteil des Papierkrams wegfallen. Wenn wir keinen Deal bekommen, kann man nur raten. Das geht dann von heute auf morgen und immer so weiter, bis die Regierung endlich entscheidet, was sie will für das Transportgewerbe.”

Auf der anderen Seite des Ärmelkanals in Calais hat Frankreich Dutzende Zollbeamte eingestellt und in die Infrastruktur und ein „intelligentes Grenzsystem“ investiert.

Lkws, die Großbritannien verlassen, werden in Dover einen Strichcode vorzeigen, den der französische Zoll sofort bekommt und dafür sorgt, dass sie bei der Ankunft geordnet landen - in der richtigen Schlange.

"Deal oder nicht, eine Zollgrenze, die effektiv für den Straßengüterverkehr funktioniert, ist bis zum 1.1.21 UNMÖGLICH. Auf der britischen Seite hängen die Abwicklungs-Bestimmungen weit zurück, die EU-Seite ist auch noch lange nicht bereit", warnte Duncan Buchanan vom Speditionsverband "Road Haulage Association" auf Twitter am Wochenende.

su mit AFP