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Das Brexit-Drama ist vorbei - Erleichterung in Brüssel und London

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Von Ronald Krams
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Das Brexit-Drama ist vorbei - Erleichterung in Brüssel und London
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Das Brexit-Drama ist vorbei. In Dover kommt langsam Bewegung in den coronabedingten Stau, dennoch werden viele Lkw-Fahrer auch den ersten Weihnachtstag in Südostengland in ihren Kabinen verbringen müssen.

In London und Brüssel herrscht Erleichterung über das Abkommen. Dazu Michel Barnier, EU-Chefunterhändler:

_"Es gibt keinen Gewinner beim Brexit, es ist eine Lose-Lose-Situation, sich in dieser gefährlichen und instabilen Welt zu trennen. Wir sollten zusammenstehen, um uns insbesondere gegen die USA und China zu behaupten. Das Vereinigte Königreich hat sich dafür entschieden, allein zu sein, statt zusammenzustehen. Ich bin darüber enttäuscht, aber mein Mandat war, den Brexit so schnell wie möglich hinter uns zu bringen. Wir haben das gemeinsam und mit Entschlossenheit getan."
_

"Beide Seiten sind mit dem Abkommen zufrieden. Sie haben bekommen, was sie wollten. Das Vereinigte Königreich hat die Freiheit, in begrenztem Maße abzuweichen und die EU hat die Freiheit, Maßnahmen zu ergreifen, wenn sie das Gefühl hat, dass sich Großbritannien einen unfairen Vorteil verschafft."

Die britische Opposition will das Brexit-Abkommen unterstützen. Für London kommen die Sorgen nun aus dem hohen Norden. Schottland, das massiv für den Verbleib in der europäischen Union gestimmt hat, könnte in absehbarer Zeit ein neues Referendum abhalten, um der EU beizutreten.

Dazu Henry Gray, Mitarbeiter einer Wohltätigkeitsorganisation:

"Es gibt einen massiven Zuwachs an Menschen, die für die Unabhängigkeit Schottlands sind. Ich war schon vor dem Jahr 2016 dafür, aber das Brexit-Referendum von 2016 hat mch dazu gebracht, die Unabhängigkeit zu unterstützen. Ich glaube, es wäre besser uns selbst zu verwalten. Es würde sich meiner Meinung nach gut anfühlen, wieder ein Teil Europas zu sein. Ich bin auf jeden Fall dafür."

Zunächst kehrt Ruhe ein beim Thema Brexit. Großbritannien und Europa können sich jetzt auf den Kampf gegen die Coronaviruspandemie konzentrieren. Es ist eines der wenigen Themen, bei dem Einigkeit zwischen London und Brüssel herrscht.