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Ein CDU-Vorsitz - drei Kandidaten

Von Andrea Büring mit ap, afp
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Röttgen, Laschet und Merz im CDU-Hauptsitz in Berlin.
Röttgen, Laschet und Merz im CDU-Hauptsitz in Berlin.   -   Copyright  Christian Mang/AP
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An diesem Samstag entscheidet sich, wer der nächste CDU-Chef wird. 1.001 Delegierte wählen ihn online. Das Ergebnis muss per Post bestätigt werden. Ein wichtiger Posten in einem wichtigen Jahr: Der Wahlsieger wird entweder Kanzlerkandidat oder hat großen Einfluss auf die Kandidatur.

Nötig wurde die Wahl, weil die frühere CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer im Februar von ihrem Posten zurückgetreten war. Sie schaffte es nicht, die Mehrheit der Mitte-Rechts-Partei hinter sich zu versammeln.

Ihr Erbe antreten wollen drei Männer: der konservative Friedrich Merz, der liberale Armin Laschet und Norbert Röttgen, der Außenseiter.

Merz, der ewige Rivale

Merz will mit der Ära Merkel brechen. Der wirtschaftsliberale Politiker hatte bereits 2018 für den Parteivorsitz kandidiert, unterlag aber Kramp-Karrenbauer. Von 2000 bis 2002 war er Fraktionsführer im Bundestag, bis Merkel ihn aus dem Amt vertrieb - seitdem gilt er als ihr Rivale.

Seit 2009 sitzt er nicht mehr im Parlament, stattdessen arbeitete er als Anwalt und war im Aufsichtsrat der Investment Gesellschaft Blackrock. Merz hat keine Regierungserfahrung. Wäre er an der Parteispitze, könnte er vielleicht enttäuschte frühere CDU-Wählerinnen und -Wähler zurückgewinnen, die sich der AfD zugewandt haben.

Laschet und die Corona-Bürde

Laschet steht für die Fortsetzung von Merkels Kurs. Er ist Ministerpräsident des einwohnerreichen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Er ist der einzige Kandidat, der während der Pandemie wichtige Entscheidungen treffen musste. Das spricht für und gegen ihn, da er sich für eine sehr frühe Lockerung der Maßnahmen einsetzte.

Laschet selbst lobt seine Regierungserfahrung und die Tatsache, dass er eine Wahl gewonnen hat - ein Seitenhieb auf seine Kontrahenten.

Röttgen, der Außenseiter

Wie Röttgen, der jedoch für eine Überraschung sorgen könnte - auch wenn Vieles gegen ihn spricht. 2012 verlor er die Wahl zum NRW-Ministerpräsidenten. Als Bundesumweltminister wurde er danach von Merkel gefeuert. Er steht für - Zitat - eine moderne Zentrumspolitik und macht sich im Kampf gegen den Klimawandel stark. Zwischen Laschet und Merz verkauft sich Röttgen als Mittelweg...

Die CDU an einer Gabelung. Sollte am Samstag kein Kandidat grünes Licht erhalten, folgt eine Stichwahl.