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Stimmungstest im Superwahljahr 2021: Dreyer, Kretschmann und die CDU?

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Von Kirsten Ripper mit AP, dpa
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Malu Dreyer (SPD) auf dem Wahlplakat vor Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am Sonntag 14. März 2021
Malu Dreyer (SPD) auf dem Wahlplakat vor Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am Sonntag 14. März 2021   -   Copyright  Michael Probst/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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"Sie kennen mich" steht auf den Plakaten des grünen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg vor der Landtagswahl an diesem Sonntag. Tatsächlich hat der 72-jährige Winfried Kretschmann weit höhere Popularitätswerte als seine Partei deutschlandweit. Vieles deutet auf eine Fortsetzung der grün-schwarzen Koalition im Ländle, doch auch andere Koalitionsbildungen erscheinen möglich.

In den Umfragen liegen die Grünen in Baden-Württemberg etwa 10 Prozent vor der CDU.

Malu Dreyer als Führungsfigur der SPD

Ein ähnliches - aber weniger extremes - Bild in Rheinland-Pfalz: Neben Ministerpräsidentin Malu Dreyer von der SPD erscheint CDU-Spitzendkandidat Christian Baldauf eher klein. Die 60-jährige ist in Mainz seit 2013 an der Regierung - zur Zeit in einer Ampelkoalition mit Grünen und FDP.

Mit Spannung beobachtet wird das Abschneiden der Freien Wähler - auch im Vergleich zur AfD.

Landtagswahlen als Stimmungsbarometer

Die ersten Wahlen im Superwahljahr gelten als Stimmungsbarometer für die Bundestagswahl im September. Und es sieht nicht gut aus für die CDU. Dabei dürfte die Masken-Affäre den Wahlausgang kaum beeinflussen - vor allem weil wegen der Corona-Pandemie besonders viele Wählerinnen und Wähler per Brief abgestimmt haben. Viele hatten ihre Wahlzettel schon abgechickt, als der CDU-Abgeordnete Nikolas Löbel zum Rücktritt gedrängt werden musste.

Wenn diese Wahlen jetzt für die CDU, für die Union schlecht laufen, dann ist das Rückenwind für seinen Konkurrenten, für Markus Söder. Aber insgesamt zeigt sich, dass die Union auf die Ära nach Angela Merkel nicht wirklich vorbereitet ist.
Thorsten Faas
Politikwissenschaftler, Freie Uni Berlin

Thorsten Faas, Politikwissenschaftler von der Freien Universität Berlin, meint: "Für die CDU ist die spannende Frage natürlich, wer wird die Union in den Bundestagswahlkampf führen. Da sah es nach der Wahl Armin Laschets für ihn eigentlich gut aus. Aber wenn diese Wahlen jetzt für die CDU, für die Union schlecht laufen, dann ist das Rückenwind für seinen Konkurrenten, für Markus Söder. Aber insgesamt zeigt sich, dass die Union auf die Ära nach Angela Merkel nicht wirklich vorbereitet ist."

Die Corona-Pandemie hat Angela Merkel zu noch mehr gemeinsamen Terminen mit dem bayrischen Ministerpräsidenten gezwungen.

Wegen vieler Briefwahl-Stimmen und dem schwierigen Auszählen unter Einhaltung der Abstandsregeln werden Interessierte am Sonntagabend länger auf Hochrechnungen und Wahlergebnisse warten müssen als sonst.

Neben den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz finden am 14. März in Hessen Kommunalwahlen statt.