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17.000 Neuinfektionen in Deutschland - wie gefährlich ist P.1?

Testzentrum in Duisburg
Testzentrum in Duisburg   -   Copyright  Roland Weihrauch/AP
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An diesem Mittwoch meldet das Robert Koch-Institut 17 051 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb der vergangenen 24 Stunden. Gleichzeitig sind 249 weitere Menschen an oder mit Covid-19 verstorben.

Die 7-Tage-Inzidenz berechnet das RKI auf 132,3 - das ist etwas niedriger als am Dienstag.

Wie steht es um die Variante P.1?

Aufsehen erregt ein Artikel in der Schweizer Zeitung Blick mit dem Titel "Aggressiver und ansteckender: Brasilien-Variante breitet sich in Deutschland aus". Blick zitiert Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit, wonach in der Schweiz nur 7 Fälle der brasilianischen Mutation P.1 nachgewiesen wurden. Aus Bayern wurden allerdings schon mehr als 50 Fälle gemeldet.

Wie der BR berichtet, haben sich in Bayern insgesamt 57 Menschen nachgewiesenermaßen mit P.1 infiziert. Oberarzt Dr. Christoph Spinner, der Pandemie-Beauftragte am Münchner Klinikum rechts der Isar, hält die brasilianische Variante für besorgniserregend. Der Virologe erklärt: "Diese Veränderungen des Oberflächenproteins Spike führen dazu, dass sich die Sars-Corona-Virus 2-Erreger leichter übertragen, dass sie infektiöser sind und dass Antikörper schlechter binden, dass sie also resistenter gegenüber einer Immunantwort sein können" Christoph Spinner meint, dass noch mehr Impfen das effizienteste Mittel sei.

Erste Forschungsergebnisse deuten an, dass die Impfstoffe möglicherweise gegen die Varianten weniger gut wirken als gegen den sogenannten Wild-Typ, also das ursprüngliche Virus. Experten zufolge hat die Mutation P.1 viele Gemeinsamkeiten mit der Mutation B.1.351 aus Südafrika, bei der vieles auf eine geringere Wirksamkeit der Impfstoffe hinweist.

P.1 ist "Escape Variante"

Die brasilianische Variante P.1 zählt zu den sogenannten "Escape Varianten". Eine "Flucht-Variante" beduetet, dass sich auch Menschen, die bereits an Covid-19 erkrankt waren, erneut anstecken können, weil die neutralisierenden Antikörper weniger gut oder gar nicht mehr wirken.

Das wurde in Brasilien beobachtet, wo sich viele Menschen erneut mit Corona infiziert haben.

Wo sich viele Menschen mit einem Virus angesteckt haben, treten besonders viele Varianten auf.

Britische Variante in Europa dominierend

Auf der Internetseite Covariants wird in Grafiken aufgezeigt, wieviele Mutationen in verschiedenen Ländern nachgwiesen wurden.

Covariants.org
Verbreitung der Virus-Varianten - in rot die britische MutationCovariants.org

P.1 in Österreich nachgewiesen

In mindestens 20 Staaten wurde die brasilianische Variante P.1 inzwischen festgestellt. Für den Nachweis ist eine Sequenzierung des Virus notwendig, die sehr aufwändig ist.

Auch in Österreich wurde Ende März erstmals ein Fall von P.1 nachgewiesen, wie die Gesundheitsbehörden melden.

"Variants of concern"

Im Bericht des Robert Koch-Instituts vom 17. März 2021 werden die britische Variante B.1.1.7, die südafrikanische Variante B.1.351 und die brasilianische Variante P.1 als sogenannte "variants of concern", als besorgniserregende Varianten, eingestuft. Die britische Variante ist mittlerweile in Deutschland dominierend. Das RKI schreibt: "Auf Grund des nun hohen Anteils von B.1.1.7 ist insgesamt weiter mit einem exponentiellen Anstieg der COVID-19 Fälle in Deutschland zu rechnen."

In der Wissenschaft gibt es neben den zuvor gebrauchten Namen der Virusvarianten die folgenden Bezeichnungen:

Britische Variante B.1.1.7 oder 501Y.V1 seit September 2020 im Süden Großbritanniens

Südafrika-Variante B.1.351 oder 501Y.V2 ebenfalls seit September 2020

Brasilanische Variante P.1 oder 501Y.V.3 vor allem im Amazonas-Gebiet.