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Fans gegen Super League: Der Absturz dauerte nur 48 Stunden

Von LUKE HANRAHAN
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Jubelnde Chelsea-Anhänger
Jubelnde Chelsea-Anhänger   -   Copyright  ADRIAN DENNIS/AFP or licensors
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"Wenn wir nicht dahinter stehen und die Spiele boykottieren, wird niemand sie sehen. Das war's dann für sie!", ruft eine junge Frau in den Chelsea-Farben Blau-weiß.

Einen ganz wesentlichen Beitrag gegen die Super League leisteten sie: die Fußballfans. Ihr Protest war 48 Stunden lang so laut und so stark, dass alle sechs englischen, an der Gründung der Super League beteiligten Spitzenclubs wieder absprangen.

Ihr Riesenjubel, zu sehen und hören in den sozialen Netzwerken, kündigte noch vor den Nachrichtenagenturen das große Erdbeben in der Fußballwelt an.

Die Basis rebellierte

"Es hätte alles zerstört", sagt ein älterer Chelsea-Anhänger. "Es hätte den englischen Fußball ruiniert, es hätte die Premiere League ruiniert, es hätte unsere Erinnerungen als Chelsea-Fans ruiniert.''

Zwei höchst turbulente Tage machten den Plan, den viele als bloße Geldgier einschätzen, zunichte

"Wir waren ganz einfach angewidert", meint Robbie Lyle vom Sender der Arsenal Fans AFTV. "Wir wollen gegen die größten Clubs in Europa spielen.

"Das hat man versprochen, als wir hier eingezogen sind. Das war der Grund. Damit wir in der Lage sind, mit diesen Teams zu konkurrieren. Genau das wollen wir Jahr für Jahr tun. Aber wir wollen es auf die richtige Art und Weise tun. Und das war nicht der richtige Weg. Wie kann es eine Liga geben, in die sich die Teams einkaufen? "

Nicht im Interesse der Fans und des Fußballs

Eine exklusive Europaliga für 15 selbst ernannte "Superclubs" - dagegen lief sogar der Premier Boris Johnson Sturm. "Seien Sie versichert, dass wir die Schaffung dieser europäischen Superliga nicht unterstützen. Es ist nicht im Interesse der Fans, es ist nicht im Interesse des Fußballs.''

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Ex-Speaker John Bercow im Arsenal-TrikotEuronews

"Nun, es war sicherlich ein Versuch der Machtübernahme durch eine Gruppe von Milliardären".Das sagt John Bercow, ehemaliger Sprecher im Unterhaus und leidenschaftlicher Arsenal-Fan. Er sieht Bedarf für eine Reform der Premier League.

"Die Fans, die den Sport lieben, zu den Spielen kommen und die Tickets bezahlen, sollten das Sagen haben. Das erscheint mir richtig und angemessen. Die Art und Weise, wie die Dinge im Moment gehandhabt werden, ist falsch und unangemessen.''

"Wir haben euch gehört"

Die Idee einer Superliga, in der die dauerhaften Mitglieder nicht absteigen können, ähnlich wie im amerikanischen Profisport, fanden viele besonders anstößig.

John W. Henry, Eigentümer des FC Liverpool, hat sich inzwischen bei den Fans entschuldigt. "In diesen 48 Stunden habt ihr sehr deutlich gemacht, dass es keinen Bestand hat. Wir haben euch gehört. Ich habe euch gehört."

Die Rebellion der Fans besiegelte das Ende der Super League - und läutet vielleicht den Beginn eines neuen Kapitels im europäischen Fußball ein.