Verurteilter Kriegsverbrecher Karadžić will nicht hinter britische Gitter

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Von su mit dpa
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Die Regierung in London hat der Verlegung des unter anderem wegen Völkermords zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilten Radovan Karadžić nach Großbritannien zugestimmt. Karadžić will sich dagegen zur Wehr setzen.

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Die Regierung in London hat der Verlegung des unter anderem wegen Völkermords zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilten Radovan Karadžić nach Großbritannien zugestimmt. Der 75

Jahre alte frühere bosnische Serbenführer solle den Rest seiner Haftstrafe in einem britischen Gefängnis verbringen, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums in London.

Der frühere bosnisch-serbische Führer war einer der Hauptakteure des Bosnienkrieges in den frühen neunziger Jahren. Er wurde wegen Kriegsverbrechen und Völkermord für das Massaker von 1995 in Srebrenica verurteilt, bei dem mehr als 7.000 muslimische Männer und Jungen getötet wurden. Im Bosnien-Krieg starben etwa 100.000 Menschen, 2,2 Millionen flohen oder wurden vertrieben.

Der britische Außenminister Dominic Raab:

“Vom Moment seiner Verhaftung, die 2008 von Großbritannien unterstützt wurde, bis zu seinem Prozess mit einem britischen Richter – auf dem Weg in die Gefängniszelle, die auf ihn wartet, haben wir die Opfer in ihrem 25 Jahre langen Marsch unterstützt bei der Suche nach Gerechtigkeit und ich meine, damit hat sich dieses Land sehr verdient gemacht.”

BOSNIENKRIEG

Karadžić führte ein abtrünniges serbisches Teilgebiet an, als Bosnien 1992 die Unabhängigkeit von einem zerfallenden Jugoslawien erklärte. Im darauffolgenden Konflikt wurden Gräueltaten gegen Zivilisten verübt, etwa ethnische Säuberungen unter Muslimen.

Karadžić wurde 2008 festgenommen,  2016 vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien verurteilt und sitzt im UN-Gefängnis in Scheveningen/Den Haag (Niederlande). Karadžić will sich nach Medienberichten ("Deutschlandradio") gegen seine Verlegung zur Wehr setzen und verweist auf den Fall des ehemaligen serbischen Generals Radislav Krstiç. Dieser war in britischer Haft einem Mordversuch ausgesetzt und sitzt seit 2014 in einem polnischen Gefängnis.

su mit dpa

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