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Nach "Wanda" gehen Forschern die Namen für Wirbelstürme aus

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Von Rafael Cereceda
Tropensturm Wanda, der mit dem letzten verfügbaren Namen dieser Saison getauft wurde, über dem Atlantik.
Tropensturm Wanda, der mit dem letzten verfügbaren Namen dieser Saison getauft wurde, über dem Atlantik.   -   Copyright  NASA WorldView

Ist es ein weiteres Zeichen für den Klimawandel? Den Meteorolog:innen der US-Behörde NOAA sind die Namen für die atlantischen Stürme ausgegangen. Grund ist der Tropensturm Wanda, der sich im Atlantik gebildet hat und in Richtung der britischen Inseln zieht. "Wanda" war der letzte Name auf der Liste für die diesjährige Wirbelsturmsaison.

Seit der Saison 2005 - Hurrikan Katrina - mit 28 Stürmen und der letzten Saison 2020, in der ein Rekord von 30 Stürmen verzeichnet wurde - ist es das dritte Mal, dass die Namensliste erschöpft wird. In beiden Fällen hatte man die Buchstaben des griechischen Alphabets verwendet, um die Stürme zu benennen.

Weil es durch den Einfluss des Klimawandels immer wahrscheinlicher wurde, dass die Liste wieder erschöpft werden könnte, hat die Weltorganisation für Meteorologie für diese Saison eine Liste mit zusätzlichen Namen erstellt, um eine "unpersönliche" Benennung nach dem griechischen Alphabet zu vermeiden.

Wenn nach Wanda vor Jahresende ein weiterer atlantischer Wirbelsturm auftritt, wird diese ergänzende Liste verwendet und die Stürme dann Adria, Braylen und anschließend Charity genannt. (Die vollständige Liste gibt es am Ende dieser Seite).

Der Sturm Wanda bewegte sich westlich der Azoren-Inseln und wird voraussichtlich in den kommenden Tagen in abgeschwächter Form auf den Britischen Inseln auf Land treffen.

NOAA / National Hurricane Center
Sturm Wanda soll sich den Vorhersagen nach bald in Großbritannien bemerkbar machen - in abgeschwächter Form.NOAA / National Hurricane Center

Die atlantische Hurrikansaison beginnt offiziell im Juni und endet am 30. November. In diesem Jahr wurde Ana auf den 22. Mai vorverlegt. Tritt ein atlantischer tropischer Wirbelsturm in der Nebensaison auf, z. B. im Februar, so erhält er den ersten Namen der folgenden Saison.

Die WMO vergibt 21 Namen für die atlantische Jahreszeit, eine Zahl, die bis vor kurzem mehr als ausreichend war. Die Namen werden von einem internationalen Ausschuss der Weltorganisation für Meteorologie für jede Region bestimmt.

Klimawandel verursacht intensivere Stürme

Obwohl die Hurrikansaison von vielen Faktoren abhängt und es in der Wissenschaft umstritten ist, vermuten Experten, dass steigende Temperaturen zu einer erhöhten Sturmaktivität im Atlantik führen. Was jedoch erwiesen scheint, ist, dass die Hurrikane durch den Klimawandel stärker werden, und dass die globale Erwärmung dazu führt, dass sich die Atmosphäre stärker mit Wasserdampf anreichert, was zu mehr Niederschlägen führt.

Die Stürme bewegen sich zudem langsamer und verursachen mehr Zerstörung. Wissenschaftler:innen machen Veränderungen in der globalen atmosphärischen Zirkulation dafür verantwortlich.

"Die Wärme, die Verdunstung, kommt daher, dass sich die Atmosphäre und die Meeresoberfläche erwärmt haben", sagte George Hendrey, Professor am Queens College CUNY, gegenüber der Nachrichtenagentur AP: "Das Wasser, das verdunstet, steigt in die Atmosphäre auf und steigt bis zu einer bestimmten Höhe, dann sinkt die Temperatur, und wenn es eine bestimmte Höhe erreicht, kondensiert es zu einer Wolke. Das war schon immer so. Jetzt ist der Wasserdampf reichlicher vorhanden, weil es wärmer ist, und schließlich wird er zu einer Wolke. Vor allem aber gibt es mehr Konvektion in der Atmosphäre, die das Wasser in größere Höhen bringt. Die Stürme werden immer stärker."

Wanda im Nordatlantik

Er fügt hinzu, dass Veränderungen der Windgeschwindigkeit und der Niederschlagsmenge zu großen und vor allem zerstörerischen Stürmen führen. "Wir hatten viel stärkere Stürme. Über die Häufigkeit lässt sich vielleicht streiten, aber die Häufigkeit wirklich heftiger Stürme hat stark zugenommen. Und die damit verbundenen Schäden und Kosten haben ebenfalls stark zugenommen."

Ein Bericht der Weltorganisation für Meteorologie vom vergangenen August zeigt, dass sich die Zahl der extremen Wetterereignisse in den letzten 50 Jahren vervielfacht hat, insbesondere die Stürme, die die größten Schäden verursachen.

In diesem Jahr wurde antizipiert: Eine Zusatzliste für Wirbelsturm-Namen.