Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Frauen an der Macht: In welchen Ländern stehen sie an der Spitze?

Access to the comments Kommentare
Von Euronews
Die Staats- und Regierungschefs der EU posieren während eines Gruppenfotos auf einem EU-Gipfel in Brüssel, 21. Oktober 2021.
Die Staats- und Regierungschefs der EU posieren während eines Gruppenfotos auf einem EU-Gipfel in Brüssel, 21. Oktober 2021.   -   Copyright  AP Photo

Magdalena Andersson ist Schwedens erste weibliche Ministerpräsidentin geworden. Aber sie ist in der Minderheit: Es gibt nur fünf weitere Frauen in der Europäischen Union, die an der Spitze ihres Landes stehen: Sanna Marin in Finnland, Kaja Kallas in Estland, Ingrida Šimonytė in Litauen, Mette Frederiksen in Dänemark und (noch geschäftsführend) Angela Merkel in Deutschland.

Angela Merkel soll als dienstälteste weibliche Regierungschefin in Europa Anfang Dezember von Olaf Scholz abgelöst werden.

Anlässlich von Anderssons Aufstieg an die Macht in Schweden wollen wir einen Blick auf Frauen in politischen Führungspositionen in ganz Europa werfen.

Derzeitige Frauen in politischen Führungspositionen

Das sind die Staats- und Regierungschefs, die die meiste Exekutivgewalt haben - unabhängig davon, ob sie den Titel Präsidentin oder Ministerpräsidentin tragen. Sie gehören dem EU-Rat der Staats- und Regierungschefs angehören.

Außerhalb der EU stehen in drei weiteren europäischen Ländern Frauen an der Spitze. Dies sind die isländische Ministerpräsidentin Katrin Jakobsdottir, die moldawische Ministerpräsidentin Natalia Gavrilita und die serbische Ministerpräsidentin Ana Brnabic.

Auch die Europäische Kommission wird von einer Frau geleitet, der Präsidentin Ursula von der Leyen.

Frühere weibliche Staatsoberhäupter und Regierungschefinnen

Wir haben nur weibliche Staatsoberhäupter ausgewählt, die die mächtigste der beiden Führungspositionen des Landes innehatten.

Oft ist das die Premierministerin, aber manchmal, wie in Frankreich und der Ukraine, ist es die Präsidentin.

Wir haben auch Länder ausgeschlossen, die derzeit eine weibliche Führungsperson haben.

Die zweitlängste weibliche Regierungschefin in Europa nach Angela Merkel ist die Britin Margaret Thatcher, die zwischen 1979 und 1990 elf Jahre lang an der Macht war.

Die kürzeste Amtszeit hatte Vassiliki Thanou, die zwischen August und September 2015 nur 25 Tage als geschäftsführende Ministerpräsidentin Griechenlands amtierte.

Frauen im Parlament

In den 27 EU-Mitgliedstaaten sind durchschnittlich 32,7 % der Parlamentssitze mit Frauen besetzt - also nicht einmal ein Drittel.

Es gibt kein einziges Land, in dem Frauen die Mehrheit der Abgeordneten stellen, obwohl Schweden mit 49,6 % der Parlamentssitze fast paritätisch besetzt ist.

Die nordischen Nachbarländer Finnland und Norwegen gehören ebenfalls zu den Ländern, in denen mehr als 40 % der Parlamentarier Frauen sind. Auch im EU-Parlament sind 40,4 % der Sitze mit Frauen besetzt.

Liechtenstein hat mit nur 12 % den geringsten Anteil an weiblichen Abgeordneten. Auch in Ungarn und Malta sind weniger als 15 % der Parlamentssitze mit Frauen besetzt.

Frauen in Ministerämtern

Im Gegensatz zu den Parlamenten stellten Frauen laut Eurostat im Jahr 2020 die Mehrheit in vier EU-Regierungen.

Dabei handelt es sich um Finnland und Schweden mit 54,5 % und 52,2 % der jeweiligen Ministerposten, die von Frauen besetzt sind, sowie um Frankreich und das benachbarte Belgien mit Anteilen von 51,2 % und 50,0 %.

Im Durchschnitt besetzten Frauen weniger als ein Drittel der Ministerposten in der gesamten Union.

Am wenigsten Frauen in der Regierung gab es in Malta, wo nur 7,7 % der Spitzenpositionen von Frauen besetzt waren.

Griechenland und Estland bildeten mit nur 11,3 % bzw. 13,3 % weiblichen Ministern das Schluss-Trio.