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Immer dabei: Den Covid-Impfausweis per Mikrochip unter die Haut implantieren?

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Von Marie Lecoq  mit AFP
Ein schwedisches Unternehmen bewirbt das Implantieren von Mikrochips, auf dem der Covid-Pass gespeichert werden kann.
Ein schwedisches Unternehmen bewirbt das Implantieren von Mikrochips, auf dem der Covid-Pass gespeichert werden kann.   -   Copyright  AP Photo

Mit immer neuen Coronavirus-Wellen, wird auch der Zugang zum Impfnachweism Covid-Pass oder Green Pass immer wichtiger. Wären Sie bereit, ihn in Ihre Hand implantieren zu lassen?

Mit dieser Anwendungen wirbt DSruptive Subdermals. Das schwedische Unternehmen, das sich auf implantierbare Mikroelektronik spezialisiert hat, möchte seine Implantate als medizinisches Hilfsmittel einsetzen, um COVID-19 und andere Infektionskrankheiten aufzuspüren.

Die Biochips nutzen Nahfeldkommunikation (NFC), dieselbe Technologie, die auch für den kontaktlosen Zahlungsverkehr verwendet wird, wodurch sie von anderen Geräten wie Smartphones, Türlesern und Zahlungsterminals gescannt werden können.

"Wir wissen, dass die Welt der vernetzten Geräte, das Internet der Dinge, wie es viele Leute nennen, die Sprache der NFC spricht [...] Wenn ich also einen Chip in der Hand habe, kann ich die Sprache all dieser Geräte sprechen und mühelos mit ihnen interagieren", so Hannes Sjoblad, Geschäftsführer von DSruptive Subdermals.

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Gerade mal so groß wie ein Reiskorn: Immer mehr Menschen lassen sich Mikrochips unter die Haut piercen.VIKEN KANTARCI/AFP

Da der Chip von jedem mit einem Lesegerät gescannt werden kann, löst die Technologie aber auch Sicherheitsbedenken aus.

"Das eigentliche Problem ist der Umgang mit den Daten, was später ein Problem sein wird, wenn es darum geht, wie die Daten gespeichert werden... wenn die Daten nicht sicher sind, kann jemand Ihre Informationen bekommen, und dann ist es schwer, sie zurückzubekommen", warnt Ben Libberton, ein Mikrobiologe, der für das MAX IV Laboratory arbeitet, in einem Interview mit Euronews im Juni.

Um jedoch Informationen vom Chip zu stehlen, müsste eine Person zunächst wissen, dass Sie ein Implantat haben, und dann mit einem Smartphone berühren, um es zu abzulesen. Eine weitere Sorge ist, dass die Chips es erlauben könnten, den Standort einer Person nachzuverfolgen. Das sei aber nicht der Fall, versichert Sjoblad: "Sie haben keine Batterie und können von sich aus kein Signal aussenden, sie sind also im Grunde passiv. Sie sitzen da und schlafen", sagt er.

"Sie können niemals Ihren Standort verraten, sie werden nur aktiviert, wenn sie direkt abgelesen werden - etwa mit einem Smartphone. Sie können also nicht dazu verwendet werden, eine Person zu tracken."

Implantierte Mikrochips sollen das tägliche Leben bequemer machen und werden bereits von einer Reihe von Menschen und Unternehmen auf der ganzen Welt verwendet, um Schlüssel, Zugangskarten und Ausweise zu ersetzen.

Im Jahr 2018 testete die staatliche schwedische Bahngesellschaft sogar Biochips als Ersatz für Zugtickets.

Amanda Black, Leiterin von Epicenter, einem digitalen Zentrum in Stockholm, das seinen Mitarbeiter:innenn in den letzten Jahren den Chip zur Verfügung gestellt hat, sagte, sie halte den Chip sogar für sicherer als herkömmliche Methoden zur Speicherung von Daten.

"Ich denke, es gehört zu meiner eigenen Integrität, mich chippen zu lassen und meine persönlichen Daten bei mir zu haben. Ich habe das Gefühl, dass ich noch mehr Kontrolle habe, wenn ich sie buchstäblich in meiner Hand halte", sagte sie.

Ein anderes Unternehmen, Biohax International, das hinter den von der schwedischen Eisenbahngesellschaft verwendeten Mikrochips steht, arbeitet mit Partnern aus dem Gesundheitswesen zusammen, um Mikrochips mit Gesundheitsinformationen zu bespielen.

Wenn jemand beispielsweise bewusstlos ins Krankenhaus gebracht wird, könnte ein einfacher Scan des Chips den Ärzt:innen Informationen über die Vorerkrankungen des oder der PatientIn liefern.