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Striptease, Trump-Fan und Sturm aufs Kapitol: Der rechtsextreme Stewart Rhodes (56)

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Von Euronews  mit AFP
Stewart Rhodes
Stewart Rhodes   -   Copyright  Collin County Sheriff's Office via AP

Stewart Rhodes selbst war nicht beim Sturm aufs Kapitol dabei. Laut Anklageschrift hat Stewart Rhodes aber massenweise Waffen gekauft und für den 6. Januar 2021 nach Washington transportieren lassen. Wie seine Noch-Ehefrau Tasha Adams gegenüber der Los Angeles Times sagt: "Er ist gut darin, die anderen ein Risiko eingehen zu lassen."

Seine Frau sicherte ihm einst als Striptease-Tänzerin den Lebensunterhalt, als Stewart Rhodes in Yale Jura studierte. Sie hat ihn mehr als 20 Jahre lang - zunächst auch beim Aufbau seiner rechtsextremen Miliz - unterstützt, versucht aber seit 2018 die Scheidung durchzuboxen. Tasha Adams meint inzwischen, ihr Mann sei "gefährlich" und habe sich als eine Art "mythologische Figur" inszeniert.

Jetzt - am 13. Januar 2022 - ist der rechtsextreme Stewart Rhodes in seinem Haus in Texas festgenommen worden. Wie 700 weitere Angeklagte wird der 56-jährige Gründer der sogenannten "Oath Keepers" wegen verschwörerischen Aufruhrs von der US-Justiz belangt.

Nach dem Wahlsieg von Barack Obama wollte Rhodes mit den "Oath Keepers" eine bewaffnete Miliz aufbauen, um das Land "gegen äußere und innere Feinde" zu verteidigen. Später verbreitete er auch die Verschwörungserzählung vom sogenannten "Deep State".

Auf Twitter teilt der Jurist Ron Filipkowski ein Video von Rhodes, in dem dieser am 4. Januar 2021 erklärte, er habe "Männer außerhalb von Washington DC stationiert als nukleare Option, falls versucht werden solle, den Präsidenten illegal aus dem Amt zu entfernen."

Der Präsident, den Stewart Rhodes mit Waffengewalt verteidigen wollte, das war - trotz der Wahl von Joe Biden - Donald Trump.

Wegen seiner Rolle bei den Unruhen ermittelt die Justiz seit Monaten gegen Rhodes.  

Am 6. Januar kommunizierte er per Handy und per Chat-App mit Mitgliedern seines Teams, von denen viele in das Kongressgebäude eindrangen. Es gibt jedoch keine Beweise dafür, dass er selbst das Kapitol betreten hat.

Schon zwei Tage nach der Präsidentschaftwahl forderte Stewart Rhodes mehrere Mitglieder seiner Gruppe dazu auf, den Sieg des Demokraten Joe Biden nicht zu akzeptieren, so die Anklageschrift.

"Wir werden das nicht ohne einen Bürgerkrieg überstehen", schrieb er auf der verschlüsselten Chat-App Signal.

Falls der 56-Jährige verurteilt werden sollte, drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.