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Coronavirus: Ungeimpfte Schwangere haben höheres Risiko für Totgeburten - Studie

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Von Euronews
Eine Schwangere in Uruguay lässt sich gegen Covid-19 impfen, 09.06.2021
Eine Schwangere in Uruguay lässt sich gegen Covid-19 impfen, 09.06.2021   -   Copyright  Matilde Campodonico/2021 The Associated Press. All rights reserved

Dass ungeimpfte Schwangere ein höheres Risiko haben, bei einer Infektion mit dem Corona-Virus schwer zu erkranken, ist schon länger bekannt. Erkranken ungeimpfte werdende Mütter an Covid-19, müssen sie mit vier Mal höherer Wahrscheinlichkeit im Krankenhaus behandelt werden.

Nun haben Forscher:innen aus Schottland Daten ausgewertet, die nahelegen, dass ungeimpfte Mütter häufiger ihr Kind im Mutterleib oder kurz nach der Geburt verlieren. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht. Dazu haben die Wissenschaftler:innen alle 144.546 Schwangerschaften berücksichtigt, die im Zeitraum zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. Oktober 2021 in Schottland registriert wurden.

Das Risiko, ein Kind durch Totgeburt oder im Verlauf des ersten Lebensmonats zu verlieren, ist am größten, wenn sich die Mutter kurz vor der Geburt mit dem Coronavirus infiziert hatte. So starben in Schottland in besagtem Zeitraum statistische 22,6 Babys auf 1.000 Geburten, ein Schnitt, der mehr als vier Mal so hoch ist wie die durchschnittliche Quote der Totgeburten in Schottland. Die Frauen, die ihr Baby während oder kurz nach der Geburt verloren, waren allesamt ungeimpft. Bei Frauen, die sich trotz Impfung infizierten, starb kein Kind.

Auch die Zahl der Frühgeborenen nahm unter Corona-infizierten Schwangeren zu. Im schottischen Durchschnitt bringen rund 8 Prozent der Frauen ihr Baby vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt. Infizierte sich die Mutter mit SARS-CoV-2, stieg der Anteil der Frauen, die ihr Kind vorzeitig auf die Welt brachten auf 16 Prozent.

In Deutschland empfiehlt die ständige Impfkommission (StiKo) für Schwangere eine Impfung mit dem BioNTech/Pfizer-Impfstoff Comirnaty ab dem zweiten Schwangerschaftstrimester. Frauen, die schon zwei Mal geimpft sind, wenn sie schwanger werden, wird empfohlen ab dem 2. Trimenon eine Auffrischimpfung mit dem mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer in Anspruch zu nehmen.

Fake News zu Schwangerschaft und Fruchtbarkeit

Expertinnen und Experten in Österreich raten Schwangeren dazu, sich impfen zu lassen, auch wenn sie von der anstehenden  Impfpflicht ausgenommen sind. Die Internetseite des Gesundheits- und Sozialministeriums in Wien warnt vor Fake News zum Thema  Schwangerschaft und Kinderwunsch in Zusammenhang mit den Impfungen. Das Ministerium schreibt: "Studien zeigen: Die Corona-Schutzimpfung hat keine Auswirkungen auf die Anzahl und Qualität von Eizellen und Spermien. Die Corona-Schutzimpfung ändert nichts an Ihrer Fruchtbarkeit. Sie können weiter Kinder bekommen."

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat mehrere Untersuchungen zu Impfungen gegen Covid-19 während der Schwangerschaft zusammengefasst. Studien mit mehr als 65.000 Frauen zeigen "vermehrte Belege" dafür, dass die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna bei Schwangeren keine Komplikationen verursachten, gab die EMA am 18. Januar bekannt. Eine Impfung gegen Covid-19 bedeute auch für werdende Mütter und ihre Babys mehr Vorteile als Risiken.

Weitere Quellen • Nature